Für den IWF ist das Wachstum nicht gross genug

Mehr als fünf Jahre sind seit der Finanzkrise vergangen. Dennoch warnt Christine Lagarde, Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Politiker und Notenbanker davor, die Hände in den Schoss zu legen.

Christine Lagarde

Bildlegende: Christine Lagarde, IWF-Direktorin, warnt vor Untätigigkeit. Keystone

Die Weltwirtschaft sei zwar wieder auf dem Weg der Erholung, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington. Aber: Das Wachstum bleibe viel zu schwach. Zudem drohten bereits neue Gefahren für die Weltwirtschaft. Eine davon sei die Krise in der Ukraine, die sich ausweiten könnte, sagte sie.

Zu tiefe Preise sind schlecht für die Nachfrage

Sorgen macht sich die IWF-Chefin auch über die niedrige Inflation, vor allem in der Euro-Zone. Zu tiefe Preise über einen längeren Zeitraum könnten die Nachfrage und das Angebot dämpfen, warnte sie. Denn: Konsumentinnen und Konsumenten hätten keinen Anreiz, Waren zu kaufen, wenn sie wüssten, dass diese morgen billiger seien.

Um diese Entwicklung zu verhindern und damit weitere Rückschläge für die wirtschaftliche Erholung abzuwenden forderte die IWF-Chefin speziell die Europäische Zentralbank EZB auf, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, auch durch ungewöhnliche Massnahmen.

EZB fällt Entscheid zum Zins

Das dürfte helfen, das Ziel von zwei Prozent Inflation zu erreichen, das sich die EZB selbst gesteckt hat, meinte Lagarde. Der Zeitpunkt für Lagardes Aufforderung ist gut gewählt, denn am heutigen Donnerstagnachmittag entscheidet die EZB über ihre weitere Zinspolitik.

Sie ist unter Druck. Im März ist die Inflationsrate erneut gesunken, auf 0,5 Prozent. Damit ist die Teuerung im Euro-Raum so niedrig wie seit vier Jahren nicht mehr.

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