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Bilanz der Schweizer Firmen «Gegenwind bremste Grossunternehmen»

Die Berichtssaison der Schweizer Unternehmen hat begonnen. Klar ist jetzt schon: Die kleinen und mittleren Unternehmen haben ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich – im Gegensatz zu Grossunternehmen. Warum sie weniger gut abschneiden werden, weiss Analyst Panagiotis Spiliopoulos.

Legende: Audio Kleinere und Mittlere Unternehmen schnitten gut ab abspielen.
2:32 min, aus HeuteMorgen vom 23.01.2017.

SRF News: War 2016 ein gutes Jahr für die Schweizer Firmen oder ein schlechtes?

Panagiotis Spiliopoulos: Grundsätzlich sollte man differenzieren: Die kleineren und mittleren Unternehmen hatten allgemein ein gutes, bis sehr gutes Jahr mit deutlichem Gewinnwachstum. Die Grossunternehmen jedoch kämpften mit viel Gegenwind. Auf der einen Seite wurden die Banken nach wie vor von Gerichtsfällen und entsprechenden Kosten belastet. Auch die Luxusgüterindustrie, etwa Swatch und Richemont, hatte mit Problemen in Asien zu kämpfen. Und nicht zuletzt mussten auch Nestlé, Novartis und Roche einiges an Gegenwind bewältigen. Bei den Pharmafirmen waren es auslaufende Patente und bei Nestlé wurde das Wachstum doch etwas tiefer angesetzt als es dann zur Folge hatte.

Es ist nach wie vor so, dass die Schweizer Unternehmen doch mit dem starken Franken zu kämpfen haben.
Autor: Panagiotis SpiliopoulosChefanalyst Bank Vontobel

Und warum haben die kleineren und mittleren Unternehmen so gut abgeschnitten?

Die kleineren und mittleren Unternehmen sind viel stärker auf die Binnenwirtschaft in der Schweiz und auf die europäischen Kernländer fokussiert. Dort hat man ein etwas besseres Wachstum gesehen – insbesondere im zweiten Halbjahr. In den USA gab es gerade zu Beginn des Jahres doch einige Sorgen bezüglich Wachstum. In Asien dauerte es lange, bis sich China stabilisieren konnte, und das ist eigentlich der Hauptgrund. Die KMU haben ein starkes «Exposure» nach Europa und konnten daher profitieren.

Das heisst: Der Frankenschock hat 2016 also definitiv keine Spuren mehr hinterlassen?

So würde ich das nicht formulieren. Es ist nach wie vor so, dass die Schweizer Unternehmen doch mit dem starken Franken zu kämpfen haben. Viele Unternehmen nutzten die Zeit seit der Aktion der Nationalbank allerdings, um einerseits die Strategie – wo notwendig – anzupassen und andererseits entsprechende Massnahmen auf der operativen Seite zu ergreifen. Sie haben die Produktion teilweise verlagert, den Grad der Automatisierung in der Schweiz erhöht oder generell die Effizienz gesteigert. Und das hat dann mit ein bisschen Umsatzwachstum zu einer stark steigenden Profitabilität geführt.

Das Gespräch führte Anna Lemmenmeier.

4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es ist zu erwarten, dass sie so schnell wie möglich, genau das sagen werden, was sie für einen positiven Entscheid bei der Abstimmung brauchen. Jedes Ergebnis einer Firma kann man auf verschiedene Weise auslegen. Das ist fast so wie bei der Justiz. Es kommt auf die Verhältnismässigkeit an.
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  • Kommentar von Peter Steiner (pcsteiner)
    Es ist erfreulich, dass die Schweizer Wirtschaft den ungünstigen Umständen (hoher CHF-Kurs, etc) getrotzt hat. Was mir aber immer wieder sauer aufstösst, ist das ständige Gejammer der "Wirtschaftsverbände", wie schlecht doch die Voraussetzungen in der Schweiz seien! Dabei haben wir immer noch weltweit eines der günstigsten Steuersystem (auch ohne USR III) und einen beispielslosen sozialen Frieden.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Positiv denken! Wir haben unseren Umsatz im letzten Jahr um mehr als 100% gesteigert. Im Ausland! Warum? Zuvor hatten wir keine Marketing- und keine Vertriebs-Strategie. Zwei Vollzeit-Kräfte für Marketing und Vertrieb, und schon klappt es auch mit dem Nachbarn. Nur so als Tipp. :-)
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