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Wirtschaft Gesucht: Ein neuer Chef für Microsoft

Bei Microsoft geht eine Ära zu Ende: Nach 13 Jahren im Amt will sich Konzernchef Steve Ballmer zurückziehen. Er bleibt noch so lange, bis ein neuer Chef gefunden ist. Wer das sein könnte, steht in den Sternen.

Steve Ballmer
Legende: Bleibt im Amt, bis ein Nachfolger gefunden ist: Microsoft-Chef Steve Ballmer Reuters

Der Chef des weltgrössten Software-Konzerns Microsoft, Steve Ballmer, hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Er, der 2000 die Nachfolge des legendären Konzerngründers Bill Gates übernommen hatte, will noch im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Legendäre Auftritte

Um die Suche nach dem neuen Chef kümmert sich ein eigens gegründeter Ausschuss, dem auch Firmengründer Bill Gates angehören wird. Ballmer sagte, seine ursprünglichen Pläne für einen späteren Rücktritt hätten dazu geführt, dass der Wechsel mitten in den Umbau von Microsoft in einen Konzern für Elektronikgeräte und Dienstleistungen gefallen wäre. «Wir brauchen einen CEO, der langfristig für diesen Richtungswechsel zur Verfügung steht.»

Die Nachricht vom Führungswechsel wurde an der Börse mit Freude aufgenommen: Microsoft-Aktien legten rund sieben Prozent zu. Analysten bezeichneten den Schritt als überfällig.

Ballmer gilt als temperamentvoller Manager und ist für seine ausgefallenen Auftritte bei Firmenveranstaltungen bekannt. Vor lauter Engagement schwitzte er seine Hemden durch oder brüllte wie besessen «Developers, developers, developers» – das englische Wort für Entwickler. Videoaufnahmen von seinen Auftritten werden im Internet millionenfach angeklickt.

Kritik aus Branchenkreisen

Allerdings steht der Mathematiker schon länger in der Kritik von Branchenexperten und Investoren. Jüngst hatte der Fonds ValueAct Capital einen kleinen Teil von Microsoft aufgekauft und begonnen, lautstark eine neue Strategie und eine klare Nachfolge-Regelung für die Konzernspitze zu fordern.

Ballmer hatte im Juli eine Neuausrichtung des Konzerns angekündigt, dessen
frühere Vormachtstellung durch den Wandel zu Tablets und Smartphones schwindet. Während Microsoft früher zusammen mit dem Chipriesen Intel die Computerwelt beherrschte, tat sich der Windows- und Office-Hersteller mit dem Übergang in das Zeitalter von Tablet-Computern und Smartphones schwer. Konkurrenten wie Apple setzten dem Konzern mit neuen Geräten zu, während alternative Betriebssysteme wie das auf Linux basierte Android von Google sich auf Smartphones und Tablet-PCs breitmachten.

«Sündenbock»

Ballmer steuerte dagegen, hatte jedoch eher wenig Glück. Um Apples iPhone etwas entgegenzusetzen verbündete er sich mit dem finnischen Handybauer Nokia, dessen Stern als einstiger Marktführer allerdings scheinbar unaufhaltsam verblasst. Bei den Tablets verliess sich Microsoft nicht mehr auf traditionelle Grosskunden wie Hewlett-Packard oder Dell, sondern liess eigene Geräte bauen. Diese waren am Markt allerdings chancenlos gegen die Modelle von Apple und Samsung.

Bei den Betriebssystemen verzeichnete Ballmer sowohl Erfolge als auch Fehlschläge. Während Experten die Windows-Version 7 lobten, wurde der Vorgänger Vista und auch der Nachfolger 8 als unausgegoren geschmäht. Die Anleger hätten Ballmer als «Sündenbock» gesehen, sagt Lucius Müller von der Digitalredaktion SRF. Er habe nie überzeugende Strategien gegen die Konkurrenz gehabt. «Ihm fehlte zudem die Strahlkraft von Bill Gates.»

Wirtschaftlich steht die Firma auf soliden Füssen. Dies aber dank alter Produkte, wie Müller erklärt. «Es gibt keine neuen.» Der neue Chef wird sich anders ausrichten müssen.

Ballmers Abschiedsschreiben

Der Microsoft-Chef hat die Mitarbeiter in einer Email von seinem anstehenden Rückzug informiert. Das Schreiben in Auszügen. Weiter.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Bei Microsoft geht eine Ära zu Ende, die eigentlich nichts als Aerger gebracht hat. Seit dem Windows XP, das aber noch vor Ballmer in die Wege geleitet wurde, hat Microsoft absolut nichts mehr 'produziert', was erwähnenswert gewesen wäre, mit Windows8 hat man gar in Kauf genommen, die gesamte Kundschaft, die Windows nicht nur zum Spielen benutzt, vor den Kopf zu stossen, die Arbeitswelt wird faktisch dazu gezwungen, Milliarden von Nutzern mit einem Riesenaufwand und gewaltigen Kosten umzuschulen
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  • Kommentar von Redaktion SRF News Online, Zürich
    Vielen Dank für Ihre richtigen Hinweise. Es muss natürlich heissen: Bill Gates. Wir bedauern dieses peinliche Versehen. Der Fehler ist korrigiert. ^ak
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  • Kommentar von Der Dani, Zürich
    Steve Jobs, Konzerngründer von Microsoft? Hab ich da irgend etwas verpasst?
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    1. Antwort von R.Käser, Zürich
      Meines wissens war BC bei SJ angestellt und hat sich mit einem Copybefahl aus dem Staub gemacht. Habe ich mal in einer Doku über SJ gesehen. Das starke an Microsoft ist die Abzocke für eine Software voller Fehler und kein Konsumentenschutz der Welt unternimmt etwas dagegen! Dieser Misst hat mich schon hunderttausende von Franken gekostet. Bin jetzt auf den Apfell umgestiegen. Läuft 90% stabieler und die Produktivität ist dadurch viel besser.
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