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UBS macht gute Figur
Aus Rendez-vous vom 20.07.2021.
abspielen. Laufzeit 02:59 Minuten.
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Gewinnsprung im 1. Halbjahr Die UBS macht eine gute Figur

Angesichts des glänzenden Resultats fällt es diesmal schwer, ein Haar in der Suppe zu finden bei der UBS. In der Vermögensverwaltung – dem Kerngeschäft – läuft es bestens. Hier profitiert die UBS vom weltweiten Börsenboom: Je stärker die Kurse an den Märkten steigen, desto mehr Geld legen reiche Kundinnen und Kunden an. Entsprechend kräftig sprudeln die Gebühreneinnahmen der Bank.

Auch die übrigen Sparten, einschliesslich des tendenziell riskanten Investment-Bankings, legen zu. So wirkt die UBS fleissig mit bei Börsengängen, Fusionen und Firmenübernahmen.  Das ist ein lukratives Geschäft, solange es keine groben Patzer und Enttäuschungen gibt.

Keine erneuten Tiefschläge

A propos Patzer: Im April, als die UBS die Zahlen zum ersten Quartal präsentierte, musste sich der neue Konzernchef Ralph Hamers kritische Fragen gefallen lassen. Die Bank hatte überraschend viel Geld im Zusammenhang mit dem Debakel des US-Hedgefonds Archegos verloren. Die unrühmliche Bilanz: Mehr als 850 Millionen Dollar setzte die UBS mit Archegos in den Sand, wenn man die knapp 90 Millionen Schaden dazu rechnet, die erst jetzt, im zweiten Quartal, verbucht wurden.

Aber damit ist das Kapitel für die UBS abgeschlossen. Offenbar verlangen die Behörden vom Schweizer Branchenprimus bis jetzt keine grossen Korrekturen im Umgang mit solchen Risiken. Anders die kleinere Rivalin Credit Suisse: Sie muss im Geschäft mit undurchsichtigen Hedgefonds gründlich über die Bücher und hat wegen Archegos ein ramponiertes Image.

Neues Quartal, neues Glück, lässt sich nun sagen mit Blick auf die jüngsten Zahlen: Nennenswerte negative Sondereffekte und Peinlichkeiten sind ausgeblieben. Und zu den offenen Baustellen des Konzerns gibt es kaum Neues.

Nichts Neues aus Frankreich und den Niederlanden

Beispiel Strafprozess wegen Beihilfe zu Steuervergehen in Frankreich: Hier kommt das Urteil im Berufungsprozess erst Ende September. Und die Untersuchungen in den Niederlanden gegen Konzernchef Ralph Hamers wegen seiner Verwicklung in einen Geldwäschereifall bei seinem früheren Arbeitgeber ING dauern an. Ob es zu einer Anklage gegen Hamers kommt, ist offen. Beide Angelegenheiten könnten für die UBS allerdings noch zu erheblichem Ärger führen.

Derweil steigert die UBS eifrig die Einnahmen. Dabei hilft es natürlich, dass sich die Weltwirtschaft von den Folgen der Pandemie erholt. Konzernchef Hamers nutzt diesen Rückenwind und investiert in den Umbau der UBS zur durchdigitalisierten Bank – wie es seinem strategischen Ziel entspricht. Trotz dieser Mehrausgaben verfügt die UBS über so viel Kapital, dass sie die staatlichen Anforderungen ans Sicherheitspolster für allfällige nächste Krisen mühelos erfüllt.

Alles in allem ist die UBS also aktuell in einer komfortablen Lage.

Jan Baumann

Jan Baumann

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Jan Baumann ist seit 2013 Wirtschaftsredaktor bei SRF. Davor arbeitete er während rund zehn Jahren als Redaktor für die Zeitung «Finanz und Wirtschaft», unter anderem als USA-Korrespondent.

Rendez-vous, 20.07.2021, 12:30 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich bin froh,dass ich nicht UBS-Kunde bin.Dieser Grossbank vertraue ich nicht. Wie viel Schwarzgeld lagert immer noch in dieser Bank?Dann skandalös hohe Saläre für die Chefetage;so viel Geld kann man gar nicht redlich verdienen. Damit geht einher,dass vor allem Reiche dort gern gesehen sind -auf dem schmalen Grat zwischen von mehr oder weniger Sauberkeit und der Finanzkriminalität. Ein schmieriger, verabscheuenswürdiger Kapitalismus. Arme haben dabei ohnehin das Nachsehen und werden „trappet“.
    1. Antwort von Bruno Wagner  (bruwag)
      Vermutlich liegen sie im Bett auf ihrem Geld. Dann brauchen sie wirklich keine Bank!
  • Kommentar von Pascal Noti  (Noti)
    Am meistens Profite hat die UBS durch (Massen-)Entlassungen und Filialenschliessungen erreicht.
    Vor einigen Jahren galt ein Arbeitsplatz bei der UBS als sicher und angesehen (zu mindest bei einigen Leuten und in der Branche). Beim Stellenabbau zeigt sich die UBS von seiner reinsten kapitalistischen Seite und investiert nicht in Umschulungen. Sie überläst lieber die unlukrative Ausbildung dem Staat bzw. der Privatperson.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Pascal Noti: Mag sein! Ist aber immer noch besser als Verluste zu schreiben und gleich alle zu entlassen.
    2. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Zwischen "2 Milliarden Gewinn" und "Verluste schreiben und gleich alle entlassen" gibt es aber doch noch viele alternative Möglichkeiten, Herr Leu! Warum muss man immer gleich mit Extremen auftrumpfen?
  • Kommentar von Jürg Weibel  (JJW)
    Der vorangegangene Titel lautete: "UBS verdient im 2. Quartal über 2 Milliarden Dollar".
    In diesem Artikel heisst es: "Angesichts des glänzenden Resultats fällt es diesmal schwer, ein Haar in der Suppe zu finden bei der UBS."
    Ich hätte ein Haar. Mein langjähriger Kundenberater teilte mir vorgestern mit, dass er frühzeitig entlassen wurde, mit 60. Ein Jüngerer trete nun an seine Stelle. Restrukturierung nennt UBS das. Wollen das die AktionärInnen wirklich? Gewinn mit Haaren in der Suppe!