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Wirtschaft Google und Microsoft boomen – Hardware-Produzenten bremsen

Die Wachstums-Schere in der IT-Branche öffnet sich immer weiter. Die Giganten Google und Microsoft legten im vergangenen Quartal kräftig zu. Der Chip-Konzern AMD wurde hingegen von der PC-Flaute überrollt. Und IBM musste einen ungewohnten Dämpfer hinnehmen.

Legende: Video Google und Microsoft machen vorwärts abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.04.2013.

Frische Zahlen von IT-Schwergewichten bestätigen einen grossen Branchentrend: Mit Internet-Diensten und Software lässt sich gut Geld verdienen, während das Geschäft mit klassischer Computer-Technik lahmt.

Microsoft überraschte mit starken Ergebnissen, obwohl Marktexperten Zweifel am Erfolg des neuen Betriebssystems Windows 8 haben. Der Konzern nannte allerdings auch keine Zahlen zum Absatz der Software.

Microsoft gibt sich bedeckt

Microsoft konnte im dritten Geschäftsquartal von Januar bis März nicht einmal eine teure EU-Strafe ausbremsen. Der Konzern konnte seinen Umsatz um 18 Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn verbesserte sich im Jahresvergleich um 19 Prozent annähernd 6,1 Milliarden Dollar.

Microsoft verriet in seiner Mitteilung allerdings nicht, wie viele Windows-Lizenzen mittlerweile verkauft sind. Das neue Windows 8 war im vergangenen Herbst auf den Markt gekommen und solle die Nachfrage nach Notebooks, Tischrechnern und Hybrid-Geräten wieder ankurbeln.

Allerdings machten die Marktforscher von IDC eine schlechte Akzeptanz von Windows 8 bei den Kunden zuletzt für das Schrumpfen der PC-Verkäufe um fast 14 Prozent im vergangenen Quartal verantwortlich.

Google-Werbung erfolgreich

Google startete mit deutlichen Zuwächsen ins Jahr. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 31 Prozent auf 13,97 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um 15,8 Prozent auf knapp 3,35 Milliarden Dollar zu. Das Ergebnis fiel besser aus als an der Börse erwartet.

Die Zahl der Klicks auf Anzeigen bei Google wuchs binnen eines Jahres um ein Fünftel. Werbung im Umfeld der Internet-Suche ist nach wie vor die wichtigste Geldquelle des Online-Giganten.

Der im vergangenen Jahr übernommene Handy-Pionier Motorola steuerte gut eine Milliarde Dollar zum Umsatz bei, brachte Google aber auch einen operativen Verlust von 271 Millionen Dollar.

Noch vieles im Köcher

Google-Chef Larry Page schaut nach den Zahlen in die Zukunft. Mit Blick auf die Computer-Brille Google Glass, die gerade an erste Test-Nutzer ausgeliefert wird, sprach Page in einer Telefonkonferenz von revolutionären Veränderungen. Dinge, die früher zur Science-Fiction gehörten, kämen in den Alltag.

Der Chip-Hersteller AMD hat dagegen die nähere Zukunft im Blick. Nach einem Umsatzeinbruch von 31 Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar und einem Verlust von 146 Millionen versprach Konzernchef Rory Read für dieses Jahr eine Wende. Sie soll unter anderem das Geschäft mit Spielekonsolen finden.

Trübe Aussichten bei IBM

AMD sicherte sich einen Platz in Sonys anstehender Playstation 4 und laut Medienberichten auch in der nächsten Xbox von Microsoft. Der kleinere Intel-Konkurrent will sich deutlich unabhängiger von dem schrumpfenden PC-Geschäft machen. Der Markt für Spiele-Konsolen kämpft aber auch mit eigenen Problemen angesichts des Erfolgs günstiger Smartphone-Games.

Das Geschäft des Branchen-Urgesteins IBM trübte sich zuletzt spürbar ein. Software und Services, aber vor allem Hardware verkauften sich im ersten Quartal schlechter.

IBM stellt leistungsstarke Firmenrechner her, sogenannte Server. Das Geschäft in dieser Sparte schrumpfte um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

2 Kommentare

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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Ein Handwerker verdient kein Franken für ein Produkt welches nicht einwandfrei ist. In der IT kann einer mit einem Produkt welches eine einzige Störungsorgie ist der reichste Mensch auf dem Planeten werden. Es lebe der Konsumentenschutz und die Produktehaftung.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Und das trotz vieler Falschmeldungen und Bashing gegen Windows 8. So wurde zum Beispiel die Mär verbreitet, Windows 8 koste bald über 200.- Lüge: das Update auf Windows 8 Pro kostet schlappe 66.-, Peanuts. Ebenso stimmt es natürlich nicht, dass Windows 8 schuld an der PC Krise sei. Wo bleiben da die Linux und Apple mit ihren ach so guten Betriebssystemen? Man könnte ja umsteigen... Die wahre Ursache ist eher der Trend zu Smartphones und Tablets. Und da macht es W8 gar nicht so schlecht!
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