Hacker-Angriff auf Daten von Millionen US-Kunden von T-Mobile

Hacker haben womöglich persönliche Daten von rund 15 Millionen US-Kunden von T-Mobile gestohlen – einer Tochter der deutschen Telekom. Die Aktien des Unternehmens verloren umgehend an Wert.

Die Kundendaten der US-Tochter der Deutschen Telekom sind womöglich in die Hände von Hackern gefallen. An diese gelangten die Unbekannten bei einem Angriff auf den Dienstleister Experian, der weltgrössten Agentur zur Überprüfung der Bonität privater Verbraucher, mit der auch T-Mobile zusammenarbeitet.

Aktien verlieren umgehend an Wert

Die betroffenen Daten von 15 Millionen T-Mobile-US-Kunden beinhalten laut einer Mitteilung des Mobilfunkanbieters Namen, Adressen, Geburtstage und Personalausweisnummern. Auch Angaben zu sehr sensiblen Informationen wie Sozialversicherungs-, Führerschein- und Reisepassnummern seien von dem Hack betroffen. Diese Daten seien zwar verschlüsselt gewesen, allerdings könne dieser Schutz geknackt worden sein. Daten von Bankkonten und Kreditkarten seien nicht gestohlen worden.

John Legere.

Bildlegende: «Ganz offensichtlich bin ich richtig verärgert»: T-Mobile-US-Chef Legere überprüft Geschäftsbeziehung mit Experian. Reuters

«Ganz offensichtlich bin ich richtig verärgert», kommentierte T-Mobile-Chef John Legere den Angriff. Die Geschäftsbeziehung mit Experian werde überprüft. Der Dienstleister teilte mit, der Vorfall sei bereits Mitte September entdeckt worden. Im nachbörslichen US-Handel verloren die Aktien von T-Mobile 1,3 Prozent an Wert.

Immer wieder wurden grosse Unternehmen Ziel von Hacker-Angriffen. Darunter waren in den vergangenen Jahren beispielsweise Ebay, Sony, die US-Bank JP Morgan oder der amerikanische Einzelhändler Target. Für weltweites Aufsehen sorgte jüngst auch der Hackerangriff auf das Seitensprung-Portal Ashley Madison, in dessen Folge die unbekannten Angreifer gewaltige Mengen von Kundendaten veröffentlichten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Das Experiment: Wie läuft ein Hacking-Angriff ab?

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    Aus Einstein vom 3.9.2015

    «Einstein» wagt ein einzigartiges Experiment: Ein professioneller IT-Sicherheits-Experte versucht, in unserem Auftrag ein bekanntes Schweizer Unternehmen zu hacken – natürlich mit Einwilligung. Allerdings weiss nicht mal die Chefetage, wie und wann das Hacking stattfinden soll: Es gibt keine Sicherheit, kein Netz, keinen doppelten Boden. Kann man sich schützen? Wie geht der Hacker vor? Und kann er durch Technik und List zu den innersten Geheimnissen der Firma vordringen?