Handy als Portemonnaie

Zahlen ohne Geld oder Karte? Kein Problem – schon bald werden Schweizer an Supermarktkassen, Kiosken und Automaten ihre Käufe mit dem Handy begleichen können.

Ein Kunde zahlt an der Kasse mit Noten.

Bildlegende: Statt mit Noten einfach mit dem Handy zahlen. Doch ob es sich durchsetzen wird, ist ungewiss. Keystone

Bargeld oder Karte – an der Kasse gab es bisher diese Varianten zum Zahlen. Jetzt kommt das digitale Portemonnaie. Der Kunde zückt an der Kasse sein Smartphone, schwenkt es über einen Sensor. Mit einer Bewegung ist alles bezahlt, alle Gutscheine eingelöst und alle Treuepunkte gesammelt. Schnell und effizient.

Detailhändler investieren

Damit dereinst das Zahlen mit dem Handy an der Coop-Kasse möglich ist, braucht es eine Funktechnologie, die so genannte NFC-Technologie. Diese ermöglicht, dass Mobiltelefon und Kasse kommunizieren.

Detailhändler wie Migros, Coop und Manor rüsten ihre Kassen damit auf. Etwa die Migros will dieses Jahr die Kassen nach und nach umbauen.

Banken wollen Apps anbieten

An der ersten funktionstüchtigen digitalen Geldbörse bastelt zurzeit auch die Schweizer Firma Six. Sie ist Marktführerin in der Schweiz im Abwickeln von Kredit-Karten-Zahlungen.

Six entwickelt eine virtuelle Brieftasche für Smartphones. Zum Beispiel Banken sollen dann diese Bezahl-App bald ihren Kunden anbieten. Gerade die traditionellen Finanzhäuser befänden sich in einem Wettlauf gegen Internetgiganten wie Google oder Amazon, erklärt Niklaus Santschi, Chef von Six Payment Services.

Wer die Kunden von seinem digitalen Portemonnaie überzeugt, dem winkt ein Geschäft mit Millionen-Gewinn. Bevor aber gross Kasse gemacht wird, muss die neue Technologie eines garantieren: Sicherheit. Denn ohne Vertrauen werden sich Schweizer Kunden nicht überzeugen lassen.