Helvetia bezahlt Übernahme-Hunger mit Gewinnzerfall

21 Prozent weniger Gewinn. Das ist die ernüchternde Bilanz beim Versicherungskonzern Helvetia nach den Übernahmen der «National Suisse» und der «Basler Österreich». Für die Helvetia-Strategen offenbar noch kein Grund zur Panik – die Dividende für die Aktionäre wird erhöht.

Beim Versicherungskonzern Helvetia haben sich Übernahmen negativ im Ergebnis 2015 niedergeschlagen. Der Gewinn brach nach der Integration der 2014 gekauften «National Suisse» und der «Basler Österreich» um 21 Prozent auf 309 Millionen Franken ein. Viel lieber aber stellt die Helvetia-Führung das Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit nach Steuern in den Vordergrund.

Portrait des Helvetia-CEOs Stefan Loacker.

Bildlegende: Helvetia-CEO Stefan Loacker fokussiert lieber auf das Nachsteuer-Ergebnis des Unternehmens. Keystone

Mehr Belohnung für die Aktionäre

Das IFRS-Periodenergebnis sei nach den Akquisitionen durch temporäre Sondereffekte erheblich verzerrt, teilte Helvetia-CEO Stefan Loacker mit. Das Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit nach Steuern verbesserte sich um 4,1 Prozent auf 439 Millionen Franken. Den Aktionären wird eine von auf 18 auf 19 Franken je Aktie erhöhte Dividende zur Ausschüttung vorgeschlagen.

Der Geschäftsbereich Nicht-Leben war mit einer Gewinnzunahme von knapp 22 Prozent auf 331,8 Millionen Franken der Ergebnistreiber. Die Netto Combined Ratio verbesserte sich wegen geringerer Schäden von 93,5 Prozent auf 92,1 Prozent.

Geschäftsvolumen ausgebaut

Insbesondere dank der Übernahmen stieg das Geschäftsvolumen um rund 11 Prozent auf 8,24 Milliarden Franken. Im ertragsstarken Nicht-Lebengeschäft stieg das Prämienvolumen dank der Übernahmen um knapp 35 Prozent auf 3,77 Milliarden Franken. Einzig in der Lebensversicherung sank das Geschäftsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 4,46 Milliarden Franken.

In den nächsten Jahren will die Gruppe kräftig wachsen. Mit dem neuen Strategieprogramm 2020 strebt Helvetia ein Geschäftsvolumen von 10 Milliarden Franken an.