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Immobilienstudie der CS Mehr leere Mietwohnungen und Verkaufsflächen

Laut der Studie dürften die Mieten um rund 1 Prozent zurückgehen. Wohneigentum dagegen dürfte teurer werden.

Legende: Video Mieten im Sinkflug abspielen. Laufzeit 1:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.02.2018.

Der konjunkturelle Rückenwind könne den Immobilienmarkt beleben, steht in der CS-Studie zum Immobilienmarkt 2018. Dank hoher Rendite wird auf dem Mietwohnungsmarkt dennoch weiter investiert. Daher nehmen die Leerstände erneut zu und kommen im Bereich von rund 2,5 Prozent zu liegen.

Das führt zu einem Rückgang der Mieten um rund 1 Prozent: «Aus Sicht der Mieter beginnen goldene Jahre, weil das Angebot immer grösser, die Auswahl immer besser und die Preise immer tiefer werden», sagt Fredy Hasenmaile, Leiter Immobilienanalyse bei Credit Suisse. Allerdings verteilten sich Leerstände nicht gleichmässig, sondern neigten dazu, sich zu konzentrieren. Dass plötzlich ganze Quartiere leerstünden, glaube er nicht.

Wohblock mit Verkaufsplakat.
Legende: Noch immer herrscht Nachfrage nach Wohneigentum – darum könnten die Preise steigen. Keystone

Preisanstieg bei Eigenheimen

Beim Wohneigentum sieht die Studie eine Rückkehr zu steigenden Preisen. Einerseits wegen des Aufschwungs, andererseits nimmt die Bautätigkeit im Eigentumssegment ab. Die CS geht daher von anhaltend tiefen Leerständen und einem Preiswachstum von 2 bis 2,5 Prozent in den meisten Regionen aus. «Wir spüren jetzt eine Verknappung von Wohneigentum. Und das wirkt sich preissteigernd aus», sagt Hasenmaile.

Aus Sicht der Mieter beginnen goldene Jahre.
Autor: Fredy HasenmaileLeiter Immobilienanalyse Credit Suisse

Den Trend zu Hochhäusern begrüsst Hasenmaile: «Wohnhochhäuser sind sicher ein gutes Instrument, um zu verdichten.» Er bemängelt jedoch die baulichen Vorschriften: «Die Baugesetzte sind teilweise so ausgestaltet, dass auch bei Hochhäusern nicht unbedingt ein Verdichtungseffekt einhergeht.»

Das Verhältnis von Städten und Agglomerationen sieht Hasenmaile zweigeteilt: Einerseits stünden die Zentren wie Zürich oder Genf in der Gunst der Zuwanderung, andererseits werde dort in den nächsten zwei Jahren weniger gebaut. Auf dem Land sei das Angebot dagegen umso grösser und die Nachfrage umso geringer.

Verkaufsflächen leiden unter Onlinehandel

Bezüglich Büroflächen sieht die Studie dank des Wirtschaftsaufschwungs Zeichen der Belebung. Investionen in Büroräume bleiben demnach wegen tiefer Finanzierungskosten und mangelnder Anlagealternativen attraktiv.

Schwarz sieht die CS hingegen für den Verkaufsflächenmarkt aufgrund des Trends von stationärem Handel hin zum Onlinehandel. Leidtragende sind die Verkaufsflächenanbieter, denen die Mieter abwandern. Den Warenhäusern sei die Daseinsberechtigung abhanden gekommen, heisst es in der Studie. Mit dem Strukturwandel werden stationäre Läden künftig weniger eine Verkaufsfunktion als vielmehr eine Markenfunktion inne haben.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Terrieur (Imfeld)
    aber gebaut wird, als wäre "Not"!
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Leider stehen die leeren Wohnungen selten in der Region, wo man sie sucht, oder eben sehr alte Infrastrukturen. Es wird für viele eine Spiessenrutenlauf die geeignete Wohnung zu einem normalen Preis zu finden. Dann kommt die erschwerte Kündigungszeit (nicht jedes Monatsende auf 3 Monate) dazu, die nicht überall gleich gehandelt wird. Seit der starken Einwanderung hat sich der Wohnungsmarkt bedauerlicherweise zu Ungunsten des Mietsuchenden gewandelt. Sehr gutverdienende haben immer Chancen.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Angesichts der Risiken in der 2. Säule und den sinkenden Umwandlungssätzen ist keinerlei Entspannung am Markt für Eigentumswohnungen zu erwarten. Ausser irgendwo in der Pampa ;-)
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