IWF räumt Fehler bei Griechenland-Hilfe ein

Der IWF gesteht ein, die wirtschaftliche Lage Griechenlands falsch eingeschätzt zu haben. Auch wenn das Hilfsprogramm dazu beigetragen habe, ein Ausscheiden Athens aus dem Währungsraum zu verhindern, seien Fehler begangen worden.

Schatten eines Mannes hinter einer Griechenlandfahne.

Bildlegende: War der IWF blauäugig? Dem ersten Hilfspaket lagen zu optimistische Annahmen zugrunde. Reuters

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gesteht, beim ersten Hilfspaket für Griechenland Fehler gemacht zu haben. Dem Programm aus dem Jahr 2010 seien allzu optimistische Annahmen zur Entwicklung der Staatsschulden zugrunde gelegt worden, hiess es in einem Bericht, der in Washington präsentiert wurde.

Zwischen den Vorhersagen zum Schuldenberg und der Realität gebe es einen sehr grossen Unterschied. Zudem sei bereits für 2012 ein Wirtschaftswachstum erwartet worden. Tatsächlich befindet sich Griechenland seit fünf Jahren in einer Rezession.

Das Hilfsprogramm habe «bedeutende Misserfolge» verzeichnet, urteilte der IWF. So sei das Vertrauen der Märkte nicht zurückgekehrt, und aus dem Bankensystem seien 30 Prozent der Spareinlagen abgezogen worden. Die Wirtschaft habe eine viel tiefere Rezession erlebt mit einer höheren Arbeitslosigkeit als erwartet.

Der Bericht beschreibt aber auch Erfolge des Programms. So sei erreicht worden, dass Griechenland im Euroraum verbleiben konnte.