Joint Venture: Georg Fischer steigt in Automarkt ein

In einer strategischen Zusammenarbeit mit dem kanadischen Autozulieferer will der Schaffhauser Industriekonzern neue Wege beschreiten. Mit der gemeinsamen Produktion von hochwertigen Leichtmetall-Komponenten will er sich auf dem nordamerikanischen Automarkt profilieren.

Ein Ausschnitt eines Automotors.

Bildlegende: Linamar Corp., Automobilzulieferer, verfügt über einschlägige Erfahrungen im Bau von PKWs. Reuters

Der Industriekonzern Georg Fischer (GF) mit Sitz in Schaffhausen steigt in den Automarkt in Nordamerika ein. Er gründet mit der kanadischen Linamar Corp. ein Joint Venture.

Die beiden mit je 50 Prozent beteiligten Partner investieren gemeinsam in ein neues Leichtmetall-Druckgusswerk im Südosten der USA. In den nächsten fünf Jahren sollen sich die Gesamtinvestitionen auf rund 100 Millionen Dollar belaufen. An der Börse werfen die Neuigkeiten indes keine hohen Wellen: Die Georg Fischer-Aktien notieren in einem leicht schwächeren Gesamtmarkt kaum verändert.

Leichtmetall-Komponenten für Autobauer

Das neue Gemeinschaftsunternehmen GF Linamar LLC soll – unter der industriellen Führung von GF Automotive – ab 2017 in den USA hochwertige Leichtmetall-Komponenten für einen europäischen Autohersteller herstellen.

Die beiden Unternehmen würden laut Mitteilung zudem in Asien und Europa kooperieren, um den Bedarf ihrer Kunden nach integrierten Guss-Lösungen abzudecken. Der Abschluss der Transaktion wird Anfang September erwartet.

GF Automotive sei heute in den beiden globalen Schlüsselmärkten Europa und China aktiv, heisst es in der Mitteilung weiter. Mit dieser Partnerschaft könnten GF und Linamar ihre Kunden nun in den drei führenden Automobilmärkten weltweit bedienen und mit ihnen wachsen.

Ein Ausschnitt eines Automotors.

Bildlegende: Linamar Corp., Automobilzulieferer, verfügt über einschlägige Erfahrungen im Bau von PKWs. Reuters

Der Joint-Venture Partner Linamar ist an der Toronto Stock Exchange kotiert. Das Unternehmen hat laut Angaben aus dem Jahr 2014 einen Umsatz von 4,2 Milliarden kanadische Dollar (3,1 Milliarden Franken ) erzielt und beschäftigt in weltweit 48 Produktionsstätten rund 19'500 Mitarbeitende.

Analysten begrüssen den Schritt

Die Bank Vontobel bezeichnet das Joint Venture als einen vernünftigen strategischen Schritt, um in einem neuen geographischen Markt zu expandieren. Auf die kurzfristigen Schätzungen habe dies aber keinen nennenswerten Einfluss. Auch vom Finanzdienstleister Kepler Cheuvreux wird das Vorhaben als langfristige strategische Massnahme begrüsst.

Die Zürcher Kantonalbank erinnert daran, dass GF schon im Jahr 2006 den Einstieg in den nordamerikanischen Markt gesucht habe – über die Akquisition einer kanadischen Druckguss-Giesserei. Diese musste später allerdings geschlossen werden.

Mit dem nun bekanntgegebenen Joint Venture dürfte der Eintritt besser zu bewerkstelligen sein, so die ZKB. Bei den nordamerikanischen Automobilherstellern sei derzeit ein starker Trend zu mehr Leichtmetallteilen festzustellen.