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Post unter Druck Kerngeschäft belastet Gewinn des gelben Riesen

Legende: Audio Gewinneinbruch bei der Post abspielen. Laufzeit 2:56 Minuten.
2:56 min, aus Rendez-vous vom 09.03.2017.
  • Der Reingewinn der Post sank letztes Jahr um 13,5 Prozent auf 558 Millionen Franken.
  • Auch operativ schnitt das Unternehmen deutlich schlechter ab: Der Betriebsgewinn ging auf 704 Millionen zurück (- 14 Prozent).
  • Der Betriebsertrag (Umsatz) ging dagegen nur leicht zurück, nämlich auf 8,19 Milliarden Franken von 8,22 Milliarden.

Das Kerngeschäft mit Briefen, Zeitungen und Werbesendungen blieb auch 2016 unter Druck, wie die Post mitteilt. Das wirkte sich auf den Gewinn aus.

Als Hauptgründe für den Rückgang gibt die Post rückläufige Briefmengen, den Margendruck im Logistikgeschäft sowie das Tiefzinsumfeld an. Einen zunehmenden Einfluss habe zudem die Digitalisierung der Gesellschaft, sagte Post-Chefin Susanne Ruoff.

Trotzdem sei es ein «insgesamt gutes Resultat» in einem «zunehmend schwierigen Umfeld». Dem Bund sollen 200 Millionen Franken Dividende ausgeschüttet werden.

Der (Post-)Stellenabbau geht weiter

Die Post hat ihre Transformation bereits 2001 gestartet und schliesst seither laufend Poststellen. Im ganzen Konzern werden Stellen abgebaut: Letztes Jahr waren es 646 Vollzeitstellen. Ende 2016 beschäftigte das Unternehmen 43'485 Personen.

Susanne Ruoff
Legende: Postchefin Susanne Ruoff bei der Bilanzmedienkonferenz in Bern. Keystone

Das Poststellennetz soll noch einmal massiv verkleinert werden, wie seit Oktober bekannt ist. Bis 2020 will die Post nur noch 800 bis 900 Postfilialen betreiben. Heute sind es rund 1300.

Postschalter in Partnerbetrieben – sogenannte Agenturen, beispielsweise in Dorfläden – sollen den Filialschwund abfedern. Sie habe deswegen Gespräche mit den Kantonen geführt, so Ruoff. «Die Bedürfnisse wurden abgeklärt und werden jetzt ausgewertet.» Erste Resultate sollen im Juni vorliegen.

Aufgrund der finanziellen Entwicklung – der Betriebsverlust der Poststellen und des Verkaufs stieg 2016 um 75 Prozent auf 193 Millionen Franken – sei ein Umbau des Poststellennetzes unabdingbar. Es sei zwar verständlich, dass dies die Menschen emotional berühre, sagte Ruoff. Viele würden aber keine Poststelle mehr aufsuchen.

Postfinance mit mehr Kundengeldern

Die Finanztochter Postfinance steigerte ihr Betriebsergebnis um 83 Millionen auf 542 Millionen Franken – allerdings wegen eines Sondereffekts: Hauptgrund für die Zunahme seien nicht wiederkehrende Erträge aus dem Verkauf von Aktienbeständen und einer Beteiligung, schreibt die Post. Zu schaffen machen ihr die Negativzinsen.

Nach einem Abfluss von 2,8 Milliarden Franken im Vorjahr zog Postfinance im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Kundengelder in Höhe von 4,5 Milliarden an.

Einen neuen Rekord bei den Fahrgästen verzeichnete die PostAuto Schweiz AG: 2016 waren 152 Millionen Menschen mit den gelben Bussen unterwegs.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktorin Denise Schmutz

Die Post befindet sich schon länger im Transformationsprozess, ihr Kerngeschäft schrumpft Jahr für Jahr. Trotzdem konnte sie in den letzten Jahren den Gewinn meist steigern. In diesem Jahr nun nicht mehr: Der enorme Druck aufs Kerngeschäft macht sich nun also auch in den Zahlen bemerkbar.

Drei Pfeiler der Post sind unter Druck: Jahr für Jahr werden weniger Briefe verschickt, die Postfinance kämpft mit den tiefen Zinsen, und auch der Paketmarkt leidet. Die Post kämpft hier auf dem freien Markt mit der international wachsenden Konkurrenz – die Margen sinken. Auch wenn mehr Pakete verschickt werden: Diese können den Rückgang bei der Briefpost nicht kompensieren.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Ochsner (Hans Ochsner)
    Man lese: '........auch der Paketmarkt leidet. Die Post kämpft hier auf dem freien Markt mit der international wachsenden Konkurrenz – die Margen sinken.' In anderen Worten: Die Post ist nicht konkurrenzfähig. Woran liegt es wohl??
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Woran es liegt? Die Post hat den Auftrag, das ganze Land flächendeckent zu bedienen. Die Privaten picken sich die lukrativsten Bevörderungsstrecken.
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  • Kommentar von Jasmin Nyff (Jasmin Nyff)
    Ja jammern können sie, aber wenn der Normalbürger für das Paket 7.-/ 9.- bezahlen muss, kommen Onlinehandel und Versand mit subventionierten Preisen daher. Sollen die auch den gleichen Betrag bezahlen wie wir. Wäre auch zu Gunsten der einheimischen Wirtschaft, wie stationäre Geschäfte in den Städten oder wollen wir ausgestorbene Orte?
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Auch wenn die Post weniger Briefe zu verarbeiten hat, braucht sie nicht die Kosten teuer auf den Paketversand abzuwälzen. Ein kleines Päckli kostet Fr. 7.00. Viel zuviel. Wenn immer es geht bringe ich die Päckli dem Kiosk. (Päcklipunkt) Dort kostet es nur Fr. 3.90. Warum also mehr ausgeben, wenn es günstiger geht. Die Post sollte die Kosten der Paket etwas reduzieren.
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