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Kopter hebt ab Verkaufserfolge für neuen Schweizer Helikopter

An der Helikoptermesse in Las Vegas bestand der Schweizer Hubschrauber SH09 von Kopter seine Bewährungsprobe.

Legende: Video Kopter: Ein Schweizer Hubschrauber für die Welt abspielen. Laufzeit 08:06 Minuten.
Aus ECO vom 12.03.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor gut zehn Jahren begann die Entwicklung des ersten Helikopters aus Schweizer Produktion. Vor zwei Jahren fanden die ersten Testflüge statt, jetzt ist Kopter in der Zertifizierungsphase.
  • Bis vor kurzem hiess das Unternehmen noch Marenco Swiss Helicopters.
  • Der Bestellungseingang ist, auch dank der Messe in Las Vegas, sehr gut. Aber: Kopter braucht neue Investoren.
  • In 18 Monaten sollen die ersten Kunden ihre Hubschrauber in Empfang nehmen können.

Für Kopter-CEO Andreas Löwenstein waren es hektische Tage. Er musste an der Messe Ende Februar beweisen, dass sein Hubschrauber aus Schweizer Produktion auf dem harten US- Markt bestehen kann.

Die Konkurrenz ist gross, Firmen wie Airbus-Helicopter mit fast 7 Milliarden Dollar Umsatz oder Leonardo mit 10'000 Mitarbeitern sind Schwergewichte.

Da kommt der Vergleich von David gegen Goliath auf. «Das ist ganz klar so», sagt Andreas Löwenstein im «ECO»-Interview. Um mit einem Lächeln anzufügen: «Aber wer hat gewonnen?»

Schweizer Erstkunde

Nach den drei Messetagen konnte ein sichtlich entspannter Löwenstein stolz verkünden: «Der Schweizer Helikopter gefällt ganz klar.» Dies konnte er dann auch an konkreten Verkaufszahlen festmachen: 20 feste Bestellungen und nochmals so viele Kauf-Absichtserklärungen wurden unterschrieben.

Damit stehen insgesamt bereits rund 50 feste Bestellungen und über 100 Kaufabsichten in den Auftragsbüchern. Der Helikopter soll pro Stück rund 3 Millionen Franken kosten. In rund eineinhalb Jahren soll der erste Helikopter ausgeliefert werden.

Ein Kunde ist Air Zermatt, laut Verwaltungsrat Philipp Perren war man bei Air Zermatt von Anfang an vom Konzept überzeugt. «Seine Kabine ist etwas grösser als vergleichbare Modelle. Ausserdem ist er sehr leise, und Lärm ist in Zermatt immer ein grosses Thema.»

Entscheidend für die Zusammenarbeit mit Kopter war laut Philip Perren, dass die Erfahrung von Air Zermatt in die Entwicklung miteinfliesst. «Wir hatten von Anfang an die Möglichkeit, bei diesem Projekt mit dabei zu sein. Regelmässig fand ein Austausch mit unseren Technikern, Piloten und Ärzten statt.»

Kompetenzzentrum für Helikopter

Produziert werden soll der Hubschrauber im glarnerischen Mollis. Anfang Februar weihte Kopter eine neu erstellte Produktionshalle am dortigen Flughafen im ein.

Eine zweite Halle ist in Planung. Ausserdem sollen sich auf dem ehemaligen Militärflugplatz auch Zulieferer ansiedeln. Die Idee ist, ein eigentliches Kompetenzzentrum für Hubschrauber aufzubauen.

Dies hat Auswirkungen auf die gesamte Region. Martin Laupper, Gemeindepräsident der Region Glarus Nord, spricht gar von einem Jahrhundertprojekt: «Für eine Gemeinde ist es eine unglaubliche Chance, eine solche Industrie anzusiedeln.» Es werde die ganze Arbeitsplatzsituation verändern, nicht nur am Flughafen selber, sondern in der ganzen Region.

Kopter sucht Investoren

Während die Verkäufe des von Kopter gut vorankommen, ist die Finanzierung fragil. Bislang wurden die Entwicklungskosten von einem Grossinvestor aus Russland getragen. Dieser möchte nun aber die Last auf mehrere Schultern verteilen. Kopter sucht deshalb neue Investoren, die 150 bis 200 Millionen Franken zur Verfügung stellen.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    "«Für eine Gemeinde ist es eine unglaubliche Chance, eine solche Industrie anzusiedeln.» Es werde die ganze Arbeitsplatzsituation verändern, nicht nur am Flughafen selber, sondern in der ganzen Region." Vermutlich zahlen die erst mal 10 Jahre keine Steuern. Das ist die Kehrseite der Medaille.
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    1. Antwort von Patrik Müller (P.Müller)
      Dafür die Zulieferer, die Angestellten und und und...Das ist die andere Kehrseite! Und warum eine high tech Industrie nicht fördern? Nur fordern? Es kann erst gefordert werden wenn das was gefördert wird auch richtig rentiert. Das ist doch nicht schlimm sondern normal! Fordern braucht keine Qualifikationen und keine Investitioen und schon gar nicht Erfolg.
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  • Kommentar von Charles Morgenthaler (ChM)
    Alles scbön und gut, auch der Heli ist bestimmt toll. Doch irgendwann wird die Frage nach der Rentabilität des Unternehmens gestellt werden. Bedenkt man wie viel Geld schon investiert wurde und wie viel noch investiert werden muss, dann kommen schon Zweifel auf, ob je so viele Helis verkauft werden können damit das Ganze nicht zum wirtschaftlichen Flop wird. Für Euphorie ist es jedenfalls noch viel zu früh.
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    1. Antwort von Patrik Müller (P.Müller)
      Zum Glück hat die Firma für die sie arbeiten bereits rentiert bevor sie ein Produkt entwickelt hat, dass sich auf dem Markt gewinnbringend verkauft!! Mit ihrer Einstellung würden wir noch heute in Höhlen hausen, aber ohne Sackmesser wohlverstanden. Einziger Einwand: Für die Menschheit wäre es vielleicht nachhaltiger letztendlich immer noch in Höhlen zu hausen... Nur könnten wir dann nicht am PC solche Sachen posten!
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  • Kommentar von Thomas Heimberg (tomfly)
    An anderer Stelle nervt man sich über Diesel und SUV und schreit nach Verboten und hier, beim Spitzenumweltverpester Nr. 1 herrscht bei den Kommentatoren wahre Euphorie! Ein Heli, je nach Grösse verbraucht 150 bis 800 Liter pro Stunde und dies ohne Katalysator, ohne Partikelfilter etc. Die meisten dieser Helis werden wohl auch für das Vergnügen eingesetzt. Es ist schon interessant, wie manche mit verschiedenen Ellen messen.
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