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Aktionäre, Chefs und Angestellte bangen um die Zukunft von Schmolz + Bickenbach
Aus SRF 4 News aktuell vom 02.12.2019.
abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
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Krise bei Schmolz + Bickenbach Bis Januar muss frisches Geld her

Gelingt an der Generalversammlung die Rettung des grössten Schweizer Stahlkonzerns nicht, geht das Zittern weiter.

Worum geht es? Der Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach braucht Geld, sonst droht der Konkurs und der Verlust von 10'000 Arbeitsplätzen – 800 davon allein in der Schweiz. Wenn die Aktionäre am Montagnachmittag zur Generalversammlung zusammenkommen, geht es um eine Kapitalerhöhung, aber auch darum, wer im Fall einer Rettung des Unternehmens das Sagen hat.

Was ist zu erwarten? Das kommt darauf an, was in den nächsten Stunden bis zur Generalversammlung noch passiert. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder einigen sich die zerstrittenen Grossaktionäre in letzter Minute doch noch auf eine Lösung und Schmolz + Bickenbach erhält das dringend benötigte Geld. Oder die Kapitalerhöhung wird abgelehnt. Dann müssen die Aktionäre, Manager und Angestellten weiter um die Zukunft der Firma bangen.

Weshalb streiten sich die Aktionäre? Es geht um einen Machtkampf. Auf der einen Seite steht die Beteiligungsgesellschaft des russischen Investors Viktor Vekselberg, Liwet. Sie ist die grösste Aktionärin von Schmolz + Bickenbach.

Vekselberg
Legende: Oligarch Vekselberg will die Macht nicht an Haefner von der Amag abgeben. Keystone

Auf der anderen Seite ist der Milliardär Martin Haefner, Besitzer des Autoimporteurs Amag. Er sitzt im Verwaltungsrat von Schmolz + Bickenbach und will über die geplante Kapitalerhöhung 325 Millionen Franken einschiessen. Allerdings nur unter einer Bedingung: Er will die Kontrolle über die Firma und so den künftigen Kurs bestimmen. Doch Liwet stellt sich quer: Sie will das von Haefner angebotene Kapital unter der Bedingung ablehnen.

Woher kommt der finanzielle Druck? Schmolz + Bickenbach hat zwei Probleme. Das Unternehmen ist erstens hoch verschuldet. Es hängt am Tropf der Banken, die hohe Kredite gesprochen haben und ungeduldig auf eine Lösung der Finanzprobleme warten. Zweitens befindet sich die Stahlindustrie weltweit in der Krise. Es ist zu viel billiger Stahl auf dem Markt. Und nun kriselt auch noch die Autoindustrie, ein wichtiger Abnehmer von Stahlprodukten. In dieser Situation müsste Schmolz + Bickenbach eigentlich vorwärtsmachen. Doch der Streit der Grossaktionäre blockiert das Unternehmen.

Wie geht es danach weiter? Bei einem Nein zur Kapitalerhöhung wird es zeitlich sehr eng. Spätestens bis Januar muss frisches Geld her, sonst droht der finanzielle Kollaps. Aber es bleiben immerhin noch ein paar Wochen Zeit, um eine andere Lösung zu suchen, und vielleicht einigen sich die zerstrittenen Grossaktionäre im Laufe der kommenden Wochen ja doch noch auf eine Kapitalerhöhung. Denn niemand will, dass Schmolz + Bickenbach untergeht.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Werden die Löhne eigentlich noch bezahlt?
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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Es ist zu viel billiger Stahl auf dem Markt und da liegt das Problem. China kaufte Milliarden Tonnen wertvollen Schrott zu guten Zeiten vom Westen. Nun haben sie den Stahlmarkt weltweit im Schwitzkasten. Wenn sich die Geldgeber für S+B nicht zusammenraufen, lachen die Chinesen. Werdet endlich erwachsen im Westen und schaltet diese Chinesen aus, wir brauchen den Chinaschrott nicht bei uns. Autonome Wirtschaft ist die einzige Lösung gegen die Schlitzohren in Asien. Sonst kommt es noch dicker .
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  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Wenn zwei Milliardäre Haefner, der Amag-Besitzer und CEO, und Viktor Vekselberg, der Putin-Vertraute um Macht und Einfluss streiten, freut sich immer ein Dritter. In diesem Fall warten Stahlkocher im Fernost geduldig ab, wie der Titanenkampf ausgeht. Schmolz&Bickenbach, früher Swiss-Steel, drücken Megaschulden bei kreditgebenden Banken, darunter UBS und CS. Noch bleibt etwas Zeit bis Januar, um eine Lösung zu finden. Haefner will das Sagen haben, ob das auch klappt? Hmm..
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