Zum Inhalt springen

Wirtschaft Krise in Italien beunruhigt Anleger

Die Polit-Krise in Italien wirkt sich auch auf Börse und Finanzmärkte aus: Die Zinsen für die italienischen Staatspapiere steigen, der Euro verliert an Wert. Doch der befürchtete tiefe Sturz der Börsen hat noch nicht stattgefunden.

Berlusconi in schwarzem Pullover und Anzug spricht zu seinen Anhängern.
Legende: Berlusconi, Aufnahme von August 2013. Keystone

Der Blick an die Börsentafel zeigt: die Zahlen sind rot - heute haben viele Indizes weltweit verloren. Das Politchaos in Italien, der drohende Finanzkollaps in den USA und die Dauerbaustelle in Europa. Das alles machte die Anleger nervös - und zwar um einiges nervöser, als noch letzte Woche.
Knapp 2 Wochen ist es her, da feierten die Anleger noch Allzeichthochs. Der Dow Jones, der deutsche Dax, sie waren so hoch wie noch nie. Die Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke, dass er die Geldschleusen weiterhin offen lasse, trieben damals die Händler an.

Noch kein tiefer Fall

Seither verloren die Börsen zwar etwas, aber vom tiefen Fall konnte nicht die Rede sein, trotz Risiken und neuen Krisenherden, die sich mehr und mehr herauskristallisierten. Wegen dem so günstigen Geld der Notenbanken blieben die Finanzmärkte gelassen, auch im Falle des Budgetstreits in den USA. Zudem gingen viele Investoren davon aus, dass es erneut zu einer Einigung in letzter Minute kommen würde.

Nun spitzt sich die Lage zu und spätestens heute scheinen die Märkte wieder vermehrt einen Rückfall in den Krisenmodus zu fürchten. Dazu trägt sicherlich auch der heisse Herbst bei, der der Eurozone droht.

Italienische Staatsanleihen kosten 4,7 Prozent

Wegen der Regierungskrise in Italien stiegen heute die Zinsen für italienische Staatsanleihen bis auf 4.7 Prozent. Das ist allerdings noch ein Stück entfernt von der heiklen Grenze von 7 Prozent. Bei so hohen Zinsen können sich Staaten kaum noch selber finanzieren.

Doch nicht nur Italien beschäftigt Europa, auch Portugal und Griechenland sind ein Thema, wenn sie neue Hilfspakete brauchen. Unsicher ist zudem, ob die Bankenunion zustande kommt.

Auch in Europa blieben die Händler bisher erstaunlich gelassen. Dies liegt an den Sicherheiten, die die Europäischen Zentralbank EZB abgab: notfalls würde sie Staatschulden in Formen von Anleihen der Krisenländer kaufen.

So waren die Anleger zwar heute einiges nervöser, das zeigt der Blick an die Börsentafel mit den roten Zahlen der Indizes. Doch zum tiefen Fall kam es noch nicht. Noch sind die Investoren in Lauerstellung und warten mit dem grossen Ausverkauf.