Kuoni gibt Feriengeschäft auf

Der Konzern will sich in Zukunft auf Visageschäfte konzentrieren und als Dienstleister der Reiseindustrie tätig sein. Die Schweizer Mitarbeiter sollen weiter beschäftigt werden.

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Kuoni setzt nicht mehr auf Einzelkunden

1:26 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.1.2015

Der Reisekonzern Kuoni gibt das Geschäft mit der Organisation und dem Verkauf von Reisen in der Schweiz, Grossbritannien und zahlreichen anderen Ländern auf. Für die Sparte mit rund 3800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 2 Milliarden Franken wird ein Käufer gesucht.

Nach einer strategischen Lagebeurteilung sei man zum Schluss gekommen, sich ausschliesslich als Dienstleister zu positionieren, hiess es in einem Communiqué. Mit dem Verkauf des Reisegeschäfts will Kuoni sich künftig auf die drei wachstumsträchtigen Kerngeschäfte konzentrieren.

Einträgliches Visageschäft

Dazu gehören zum einen Dienstleistungen für die globale Reiseindustrie, Global Travel Distribution genannt. Das Unternehmen tritt dabei als Grossist und Anbieter von Hotelübernachtungen und weiteren Reisedienstleistungen für andere Anbieter auf.


Sprecher Peter Brun zur Neuausrichtung von Kuoni

2:47 min, aus SRF 4 News aktuell vom 14.01.2015

Anderseits wird Kuoni mit der Sparte Global Travel Services weiterhin als Veranstalter von Gruppenreisen auftreten und an den Destinationen Dienstleistungen bei Unterkunft, Transport, Ausflügen und Aktivitäten, Veranstaltungen und Veranstaltungsmanagement anbieten.

Mit der Division VFS Global schliesslich tritt Kuoni als Outsourcing-Partner für inzwischen 45 Regierungen an. Kuoni betreibt für diese 1400 Visa-Antragszentralen in 117 Ländern. Kuoni schätzt den weltweiten Marktanteil von VFS auf 50 Prozent. Beinahe 70 Prozent des Umsatzes macht Kuoni dabei im asiatisch-pazifischen Raum.

Viele Länder betroffen

Der Unternehmensteil, der verkauft wird, ist in der Schweiz, in Grossbritannien, den Benelux-Ländern, Skandinavien, Hongkong und Indien tätig. Rund 3800 Mitarbeiter organisieren und verkaufen in diesen Märkten Pauschal- wie auch Individualreisen. Kuoni gehört nach eigenen Angaben in Europa zu den fünf grössten Anbietern in diesem Geschäft.

Die Sparte machte 2014 einen Umsatz von 2,2 Mrd. Franken. Das entspricht rund 40 Prozent des gesamten Konzernumsatzes.

Schweizer Mitarbeiter sollen bleiben

Dass man sich dennoch für einen Verkauf der Sparte entschieden hat, begründet der Reisekonzern mit veränderten Marktbedingungen und den zahlreichen damit verbundenen Herausforderungen in der Branche.

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Christian Kolbe: Für Kuoni der richtige Schritt

2:31 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.1.2015

Und Kuoni investiere ja «mit strategischen Initiativen in die neuen Kerngeschäfte», sagt Kuoni-Sprecher Peter Brun. «In diesen Bereichen werden wir die Profitabilität steigern können.»

Die Kuoni-Gruppe hält weiter fest, dass sie bestrebt ist, den Fortbestand der Kuoni-Geschäftsstellen in der Schweiz und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter zu sichern. Für Kunden von Kuoni ändert sich durch den Veräusserungsentscheid vorerst ohnehin nichts. Alle vom Verkauf betroffenen Unternehmensteile von Kuoni werden vorerst weitergeführt. Kuoni will im Laufe des Jahres einen Käufer für das Reiseveranstaltergeschäft finden.

Es gebe sicher interessierte Käufer, die stark auf das Reiseveranstaltergeschäft fokussiert seien und da noch ausbauen wollten, so Braun. Er gibt sich zuversichtlich, dass auch «weiter unter der Marke Kuoni Reisen in der Schweiz verkauft werden».

Wandel bei Kuoni

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Kuoni gibt Feriengeschäft auf

    Aus Tagesschau vom 14.1.2015

    Es ist das Ende einer Ära. Der Reisekonzern Kuoni verabschiedet sich vom Geschäft mit den Privatkunden in den klassischen Reisebüros und setzt künftig auf Grosskunden und das Ausstellen von Visa.

  • Kuoni schreibt Verlust

    Aus Tagesschau vom 21.8.2014

    Kuoni hat im ersten Halbjahr einen Verlust von 14 Millionen Franken geschrieben. Der Umsatz betrug 2.5 Milliarden, das ist ein Minus von 6 Prozent. Grund dafür sind unter anderem auch politische Unruhen in Ägypten und Thailand. Für das gesamte Jahr rechnet der Reisekonzern aber wieder mit einem Gewinn in Vorjahreshöhe.

  • Der Schweizer Reisekonzern Kuoni schreibt im ersten Halbjahr 2014 einen Verlust von 14 Millionen Franken.

    Reisekonzern Kuoni im Gegenwind

    Aus Rendez-vous vom 21.8.2014

    Der Rückblick auf das erste halbe Geschäftsjahr 2014 bringt deutlich weniger Umsatz und rote Zahlen. Aufs Ergebnis drücken auch die anhaltenden Krisen in Ägypten, Kenia, Thailand und der Ukraine.

    Tobias Fässler