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Zementwerk in Syrien Lafarge Holcim soll IS Schutzgeld bezahlt haben

Legende: Video Holcim-Konzernchef gibt Fehler in Syrien zu abspielen. Laufzeit 0:24 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.03.2017.
  • Das schweizerisch-französische Unternehmen Lafarge-Holcim gibt nach einer internen Untersuchung erhebliche Fehler im Werk in Syrien zu.
  • Der Zementriese hat auch mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Absprachen getroffen, um den Betrieb eines Zementwerks aufrecht erhalten zu können.
  • Das Werk war von 2010 bis 2014 in Jalabiyeh, rund 160 Kilometer von Aleppo entfernt, in Betrieb. Dann wurde es evakuiert.

Es stehe fest, «dass die für den weiteren Betrieb des Werks erforderlichen Massnahmen nicht akzeptierbar waren», schreibt der Konzern in einer Mitteilung. Es sei aber Vorsorge getroffen worden, damit die Konzernregeln künftig eingehalten würden.

Das Unternehmen reagiert damit auf Medienberichte, wonach Mitarbeiter im Jahr 2013 Vereinbarungen mit bewaffneten Gruppen und sanktionierten Gruppierungen getroffen haben.

Ölunternehmen bezahlen häufig Schutzgelder

Agostinis zu Lafarge-Holcim
SRF-Wirtschaftsredaktor Massimo Agostinis sagt dazu: «Auch bei Ölunternehmen in gefährdeten Ländern ist es relativ häufig, dass sie – wenn die Sicherheitslage es verlangt – Schutzgelder bezahlen. Es stellt sich aber die Frage, wie ethisch das ist. Lafarge-Holcim hat nach dem Fall in Syrien ein Organ gebildet, das untersucht, ob man die eigenen Vorschriften einhält. Je ein Mitglied des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung ist auch dabei.»

Sicherheit gegen Geld

Laut der französischen Zeitung «Le Monde» gingen die Werksverantwortlichen auch Deals mit der Terrormiliz IS ein. Gemäss der Untersuchung sei darauf zu schliessen, dass das lokale Unternehmen Geld an Dritte zahlte. Zeitweise hätten verschiedene bewaffnete Gruppen die Gegend um das Werk kontrolliert.

Mit dem Geld wurden laut dem Konzern Vereinbarungen mit bewaffneten Gruppen – «einschliesslich sanktionierter Parteien» – in der Absicht geschlossen, den Betrieb weiterzuführen. Mitarbeitern und Waren wurde so der sichere Zugang zum Werk ermöglicht.

Das damalige Werk von Lafarge in Syrien arbeitete in dem betreffenden Zeitraum mit Verlust und trug weniger als 1 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Zementriese macht wieder Gewinn

Der Baustoffkonzern Lafarge Holcim hat im vierten Quartal des letzten Jahres erneut weniger Zement verkauft, jedoch klare Fortschritte bei der Profitabilität gemacht. Dabei wirkten sowohl Kostensenkungen als auch Synergien aus der Fusion. Rückenwind kam zudem von steigenden Preisen.

Der Umsatz sank auf 6,53 Milliarden Franken, das sind 12 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Auf vergleichbarer Basis wurde hingegen nur ein Minus von 1,4 Prozent ausgewiesen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 535 Millionen, verglichen mit einem Verlust von 2,86 Milliarden im Vorjahr. Der Konzern hatte im vierten Quartal 2015 Wertminderungen und andere Kosten von rund 3 Milliarden verbucht.

Für 2017 rechnet das Management in den Märkten mit einem Wachstum der Nachfrage von 2 bis 4 Prozent. Besonders dazu beitragen sollen Märkte wie die Vereinigten Staaten, Indien, Nigeria und einige europäische Länder.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von rosi gantenbein (lara croft)
    Totale Schweinerei! Wird die Mafia auch noch bezahlt?
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    So, Lafarge Holcim hat also Geschäfte mit der IS gemacht bzw. ihm Schutzgeld gezahlt. Da sind sie GANZ sicher die Einzigen. Selbst Israel hat vom IS günstig Öl gekauft. Und viele andere auch, nicht nur die Türkei. In Syrien hat praktisch jeder der Assad-Gegner mit der Opposition Geschäfte gemacht. Da sich die Kräfte und Gruppen einmal bekämpfen, dann wieder kooperieren, ist es stets schwierig, auf der RICHTIGEN Seite zu stehen. Namen und aktuelle Strategien werden gewechselt wie Unterwäsche.
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  • Kommentar von Meinrad Jnglin (mjnglin)
    Gegen die Verantwortlichen von Holzim sollte eine Strafuntersuchung eröffnet werden mit dem Ziel, dass eine Busse in x-facher Höhe bezahlt werden muss. Und dieses Geld sollte eingefroren werden, damit nach dem Ende der IS eine Wiedergutmachung an die Opfer bezahlt werden kann.
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