Leuenberger verlässt Implenia bereits nach zwei Jahren

Zwei Jahre nach seinem umstrittenen Einstieg in den Verwaltungsrat von Implenia wird alt Bundesrat Moritz Leuenberger das Aufsichtsgremium wieder verlassen. Er stellt sich an der kommenden Generalversammlung nicht mehr zur Wahl.

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Leuenberger verlässt Implenia

1:52 min, aus Tagesschau vom 26.2.2013

Nach zwei Jahren als Verwaltungsrat bei Implenia hört Leuenberger auf. Der alt Bundesrat sagte gegenüber SRF, dass er seine persönlichen Vorstellungen darüber habe, was die Arbeit eines Verwaltungsrates sei. «Diese waren nicht immer 100 Prozent kongruent gewesen mit den gegenseitigen Erwartungen.» Darum habe er mit seinem Kollegen Theo Schlatter entschieden, auf eine Wiederwahl am 27. März zu verzichten.

Leuenberger betonte jedoch: «Die Zusammenarbeit im Verwaltungsrat ist ausgezeichnet gewesen.» Es seien kritische Fragen möglich gewesen, eine Aussensicht willkommen. Er habe in der Zeit viel erreichen können, unter anderem mit dem Nachhaltigkeitsbericht, der erstmals durchgeführt wurde.

Jetzt gehe es darum, diesen umzusetzen. «Da ist die operative Tätigkeit  – wie es ein Bundesrat bei seinen Ämtern gemacht hat – in einer Firma nicht mehr gefragt. Da gibt es andere Vorstellungen über die Bedeutung eines Verwaltungsrates.»

Der Einsatz habe sich für beide Seiten gelohnt. Die Arbeit sei auch lehrreich gewesen. «Es sind fruchtbare zwei Jahre gewesen.»

Als einen Rückzug aus der Öffentlichkeit bzw. solchen Ämtern will er den Schritt aber nicht verstehen. Er behalte seine anderen Ämter. Zudem habe er mit dem Rücktritt mehrere neue Angebote erhalten. «Ich setze mich  – gestützt auf den Entscheid – nicht zur Ruhe.»

Rekordergebnis für Baukonzern

Implenia hat Geschäftsjahr 2012 erfolgreich abgeschlossen: Umsatz, operatives Ergebnis und Konzernergebnis konnten gegenüber 2011 auf Rekordniveau gesteigert werden. Der Baukonzern profitiert vom Immobilienboom in der Schweiz.

Der Baukonzern Implenia hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt. Der Umsatz ist um 6,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Franken gestiegen. Dies teilte Implenia mit. Der Reingewinn verbesserte sich gar um 16,1 Prozent auf 71,2 Millionen Franken.

Der Betriebsgewinn übertraf mit 104,1 Millionen Franken das mittelfristige Ziel von 100 Millionen Franken bereits ein Jahr früher als erwartet. Im Vorjahr hatte Implenia einen Betriebsgewinn von 93,5 Millionen Franken eingefahren.

Höhere Ziele

Sowohl die Sparte Real Estate (Generalunternehmung, Dienstleistungen und Immobilien) als auch die Bausparte Infra erzielten das beste Resultat ihrer Geschichte.

Bei der Division Industrial Construction erlebte der Tunnelbau Schweiz einen ausgezeichneten Geschäftsgang. Implenia Norwegen habe sich dynamisch entwickelt und einen guten Beitrag zum Ergebnis geleistet.

«Die weiterhin solide Baukonjunktur, der hohe Auftragsbestand und der positive interne Schwung lassen zuversichtlich ins laufende Jahr blicken», schreibt Implenia. Mit einem Auftragsbestand von 3,1 Milliarden Franken sei man gut ins laufende Jahr gestartet.