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Lieferengpässe und Preisanstieg bei Baumaterial
Aus HeuteMorgen vom 19.04.2021.
abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
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Lieferengpässe bei Baumaterial Holz wird ein knappes und kostbares Gut

  • Die Preise für Baumaterial steigen derzeit europaweit stark an. Allen voran für Holz – dieser Rohstoff ist bis zu 60 Prozent teurer als im Januar.
  • Aber: Auch in der Schweiz kommt es zu Lieferengpässen.
  • Corona ist aber nur zum Teil verantwortlich für diesen historischen Preisanstieg.

Die Lieferengpässe bemerkt auch der grosse Baukonzern Implenia. Daniele Perone ist für den zentralen Materialeinkauf verantwortlich. Er sagt: «Was wir ganz klar festgestellt haben, ist, dass bei den Warengruppen Holz, Dämmstoffe, Polyethylen, Polypropylen und Lacke ein Problem auf dem Markt aufgetreten ist.»

Dieses Problem ist beim Holz besonders ausgeprägt. Gewisse verleimte Importprodukte seien heute in der Schweiz um bis zu 60 Prozent teurer als noch im Januar – zum Beispiel die gelben Schalbretter zum Betonieren. Das sagt Hansjörg Steiner, selbst Holzbauunternehmer und Präsident des Branchenverbands Holzbau Schweiz. Er sei jetzt seit 30 Jahren in einer Führungsposition in einem Holzbauunternehmen. «In meiner Zeit, in der ich kalkuliert habe oder aktiv bin in der Branche, hat es das noch nie gegeben», sagt er.

Was wir ganz klar festgestellt haben, ist, dass bei den Warengruppen Holz, Dämmstoffe, Polyethylen, Polypropylen und Lacke ein Problem auf dem Markt aufgetreten ist.
Autor: Daniele PeroneZentraler Materialeinkauf Implenia

Gründe führt Steiner gleich mehrere an: Da sind einerseits die coronabedingten Lieferengpässe, andererseits der Holzbauboom in den USA. Der führt dazu, dass viel Holz aus Europa aufgekauft werde. Auch der chinesische Markt sei hungrig nach Holzprodukten. «Bis jetzt konnten wir anfragen und wir bekamen Rabatte auf den Lieferungen.» Heute sei es umgekehrt: «Wir müssen anfragen: Wann könnt ihr liefern? Entsprechend steigt der Preis – Angebot und Nachfrage.»

Deutlich höhere Preise, Lieferverzögerungen: Derzeit überlegten sich verschiedene Holzbauunternehmen Massnahmen, sagt Steiner. «Dass sie Kurzarbeit anmelden müssen, weil sie schlicht kein Material zum Bauen haben.»

In meiner Zeit, in der ich kalkuliert habe oder aktiv bin in der Branche, hat es das noch nie gegeben.
Autor: Hansjörg SteinerPräsident Branchenverband Holzbau Schweiz

Klar ist für Hansjörg Steiner von Holzbau Schweiz: Es wird in nächster Zeit auf Schweizer Baustellen zu Verzögerungen kommen. Das stellt Daniele Perone von Implenia nicht fest. Allerdings sagt er. «Ich persönlich gehe mal davon aus, dass es noch etwas intensiver wird.»

Bis die Baustoffpreise sich stabilisieren oder gar wieder sinken, kann es also noch Wochen oder gar Monate dauern.

SRF 4 News, Heute Morgen vom 19.4.2021, 06:00 Uhr

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Keller  (Andreaskeller)
    liebe Architekten.....auch Ihr könnt Bauen mit Schweizer Holz fördern, und explizit dafür offerieren lassen, den das günstigere Holz ist immer leimholz aus dem EU-Raum.
    Ein Umdenken ist gefordert hin zum Ökologischem Bauen mit möglichst wenig verschleiss von grauer Energie.
  • Kommentar von Andreas Keller  (Andreaskeller)
    Seit Jahren sind die Preise für Holz-gefallen. Die Kosten für Löhne, Infrastruktur und Logistik aber stetig gestiegen.
    Die Kostenexplosion für Holz-Material wird zusätzlich angefeuert durch momentane Hamsterkäufe der Firmen
    und natürlich durch den Export.
    Schade nur das durch die Material-Knappheit und Lieferverzögerung bis zu 4 Monate teils Kurzarbeit die folgen sind.
    Ich versuche wenn immer möglich mit CH-Holz zu Bauen, was aber eine gewisse Vorlaufzeit benötigt.
  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Es wird sowieso zu viel gebaut. Es ist darum nur gut, wenn die Preise ein wenig bremsen.