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Wirtschaft Logistik: Die goldenen Jahre sind vorbei

Diese Woche präsentieren zwei Schweizer Logistikkonzerne ihre Zahlen zum ersten Quartal 2016: Panalpina und Kühne + Nagel. Diese dürften bescheiden ausfallen. Denn die hohen Wachstumsraten, die Transportunternehmen noch in den 90er-Jahren hinlegten, sind heute vorbei.

Ein Flugzeugmodell mit dem Logo von Kühne + Nagel.
Legende: Heute präsentiert der Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel die Quartalszahlen. Keystone

Noch vor 20 Jahren führte die Globalisierung zu immer mehr Handel und Transporten. Entsprechend gross waren die Gewinne der Logistikunternehmen. Doch heute seien die grossen Globalisierungsschübe vorbei, erklärt Wolfgang Stölzle, Professor für Logistikmanagement an der Universität St. Gallen. «Die grossen Sprünge durch die Aufhebung der Handelshemmnisse liegen hinter uns.»

Auch bei der Arbeitsteilung – Unternehmen lagern immer mehr Aufträge aus und lassen viele Waren transportieren – ist der Höhepunkt überschritten. Denn langsam, aber sicher haben die Unternehmen alles ausgelagert, was möglich ist. «Auch hier hat eine gewisse Abkühlung stattgefunden», sagt Stölzle. Deshalb seien die Zeiten des starken Wachstums bei den Logistikunternehmen definitiv vorbei.

Die Logistikbranche hustet

Erschwerend für die Konzerne kommt hinzu, dass derzeit die grosse Volkswirtschaft China schwächelt. Das wirkt sich direkt auf die Transporte aus. Stölzle erklärt es mit einem alten Spruch der Logistiker: «Dort, wo die Wirtschaft schwächelt, bekommt die Logistik Keuchhusten.»

Wegen des Keuchhustens in China und den global nachlassenden Transporten werden die Schweizer Logistikkonzerne Panalpina und Kühne + Nagel diese Woche in ihren Quartalszahlen wohl keine grossen Sprünge nach oben präsentieren.

Profitables Wachstum

Trotz des schwierigen Marktumfeldes ist es dem Logistik- und Gütertransportkonzern Kühne + Nagel im ersten Quartal gelungen, weltweit profitabel zu wachsen. Bei einem leicht geringeren Umsatz stieg der Reingewinn um über 10 Prozent auf 169 Millionen Franken, wie das Unternehmen mitteilte.

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