Zum Inhalt springen
Inhalt

Marode Alitalia Sie fliegt und fliegt – auf Kosten des Staates

Legende: Audio Bieterfrist für Alitalia ist abgelaufen abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
01:35 min, aus HeuteMorgen vom 17.10.2017.
  • Die marode Alitalia fliegt und fliegt.
  • Allerdings: Nur, weil der Staat allein in diesem Jahr 900 Millionen Euro in das Unternehmen pumpt.
  • Die italienische Regierung begründet die Unterstützung damit, man wolle Zeit gewinnen, um einen Käufer zu finden.
  • Doch: Wer will die italienische Fluggesellschaft Alitalia kaufen? Bis am Montag konnten Interessenten ihre Offerten für die Airline einreichen, aber das Interesse ist gering.

Zwei der ganz Grossen am europäischen Himmel: Die Lufthansa und Easyjet haben ihr Interesse bekundet. Allerdings nicht am ganzen Unternehmen Alitalia, sondern nur an den besten Teilen davon. Details der Offerten sind nicht bekannt, doch: Es dürfte um das Langstrecken-Geschäft, die Piloten oder die Slots für Starts und Landungen gehen.

Mit einer solchen Zerstückelung ist die italienische Regierung aber gar nicht einverstanden. Sie klagt: «Spezzatino» – Gulasch – wolle man aus der Airline machen. Am Ende geht es ums Personal der seit Jahren defizitären Fluggesellschaft. Über 12'000 Angestellte hat Alitalia – genügen würde auch die Hälfte, sagen Experten.

Regierung lässt sich Alitalia bis zu 900 Millionen Euro kosten

Bisher ist auf jeden Fall kein seriöser Investor in Sicht, der die Fluggesellschaft mit dem vollen Personalbestand übernehmen möchte. Doch weil Italien im nächsten Frühjahr ein neues Parlament wählt, setzt die Regierung alles daran, Alitalia ohne grösseren Aderlass über diesen Wahltermin hinaus weiter fliegen zu lassen. Die Regierung lässt sich das bis zu 900 Millionen Euro kosten. Geld, das beispielsweise bei Massnahmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit fehlen wird.

Zudem ist es äusserst zweifelhaft, ob die Regierung damit ihr Ziel erreicht, Alitalia zu einem späteren Zeitpunkt als Ganzes verkaufen zu können. Klar ist einzig, dass sich auch die nächste Regierung mit dem Problem Alitalia wird herumschlagen müssen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    "Über 12'000 Angestellte hat Alitalia – genügen würde auch die Hälfte" - damit ist Alitalia mit den meisten grossen Konzernen in bester Gesellschaft. Willkommen in der Welt der Erbsenzähler, Prozessbünzlis und anderen Bullshitjobs mit Komtetenzscheuklappen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Klaus Kreuter (PalleKalle)
    Wer zu spät kommt den bestraft der Markt. ALITALIA das Synonym für always late in take off and landing. Wer kauft schon ein so marodes Unternehmen als Ganzes? Das werden die Politiker in Rom schon noch lernen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Denke man hat von der Swissair und Etihad gelernt; wer kauft heut noch einen wurmstichigen Apfel. Die Gewerkschaften sind das Problem; die Flugrechte und Hardware allein wuerde sicher schnell mehr interesse wecken. So lange AItalia nur mit den existierenden Gewerkschften und Belegung zu kaufen ist wird diese nie Gewinn abwerfen. Da gibt es nur eins, totaler neu Begin, mit neuen Anstellungs- Verträgen, womoeglich ohne Gewerkschaft. Sonst geht’s dem Kaeufer wie Swissair und Etihad.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen