Medienkonferenz der SNB: Das Protokoll zum Nachlesen

Eigentlich kommentiert das SNB-Direktorium seine geldpolitische Lagebeurteilung nur zwei Mal im Jahr öffentlich: im Juni und im Dezember. Schon deshalb war der Auftritt von SNB-Chef Jordan heute aussergewöhnlich. Erwartungsgemäss drehten sich die meisten Fragen um die Aufhebung des Mindestkurses.

SNB nimmt Stellung zur Geldpolitik

Das Wichtigste in Kürze

  • SNB-Präsident Thomas Jordan verteidigt vor den Medien noch einmal die Aufhebung des Mindestkurses und die Einführung von Negativzinsen.
  • «Es gab keine Alternativen zu den geldpolitischen Massnahmen», sagt der Nationalbank-Präsident.
  • Erst gestern hatte es im Nationalrat eine Sonderdebatte zu den Folgen des starken Franken gegeben.
Der Ticker ist abgeschlossen.
  • 11 :29

    Auf Wiedersehen!

    Auch wir beenden unseren Liveticker an dieser Stelle. Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

  • 11 :27

    Die Medienkonferenz ist beendet

    Thomas Jordan verabschiedet sich bis zur nächsten Medienkonferenz der SNB im Juni in Bern.

  • 11 :26

    Geldpolitische Entscheide am Wochenende kommunizieren?

    Ein Journalist fragt, ob es Überlegungen gebe, geldpolitische Entscheide wie jenen vom 15. Januar künftig besser am Wochenende zu kommunizieren – die Verwerfungen an den Märkten seien dann möglicherweise nicht so gross. Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg weist das klar zurück. «Die Verwerfungen wären wahrscheinlich noch grösser gewesen», mutmasst er.

  • 11 :20

    «Wir sind alle drei recht wenig emotionale Persönlichkeiten»

    Thomas Jordan über das dreiköpfige SNB-Direktorium.

  • 11 :14

    Jordan hat Verständnis für Schwierigkeiten der Unternehmen

    Die Aufhebung des Mindestkurses bleibt das meistdiskutierte Thema an dieser Medienkonferenz. Ein Journalist wirft ein, dass sich viele Unternehmen auf den Mindestkurs eingestellt hatten und darauf vertrauten, dass die SNB ihn beibehalten würde. Setzte die Aufhebung des Mindestkurses deshalb nicht auch die Reputation der Nationalbank aufs Spiel? Der SNB-Präsident sieht das anders: Die Nationalbank hätte ihre Glaubwürdigkeit viel mehr aufs Spiel gesetzt, wenn man «die Augen vor der Realität verschlossen» hätte und den Entscheid vom 15. Januar nicht getroffen hätte, so Jordan. Er sei sich bewusst, dass die Aufhebung des Mindestkurses kurzfristig für Schwierigkeiten sorgen könne. Aber: «Wenn wir die Entscheidung am 15. Januar nicht getroffen hätten, wären die Folgen viel schwerwiegender gewesen.»

    SNB-Präsident Thomas Jordan

    Bildlegende: SNB-Präsident Thomas Jordan vor den Medien Reuters

  • 11 :02

    SRF-Wirtschaftsredaktorin Barbara Widmer zur SNB

    «Der geldpolitische Entscheid der SNB ist keine Überraschung – es war nicht zu erwarten, dass sie Negativzinsen aufgibt oder wieder eine Euro-Franken-Mindestkursgrenze festlegt. Trotzdem hat der Devisenmarkt bereits reagiert, der Franken wurde etwas stärker. Der Grund dafür ist wohl, dass die SNB heute kein neues Signal gesetzt hat, dass man zusätzlich Investoren aus der Schweiz vertreiben will.»

    Barbara Widmer leitet die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF

    Bildlegende: Barbara Widmer leitet die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF SRF

  • 10 :56

    Zu den Folgen der Negativzinsen

    Ein Journalist fragt nach den konkreten Folgen der Negativzinspolitik. Nach den Worten von SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg verzeichnet die SNB derzeit Giroguthaben von knapp 450 Milliarden. Davon sei nur ein kleiner Teil nicht von den Negativzinsen betroffen. Mit Freibeträgen sei sichergestellt, dass die Banken nicht übermässig belastet würden. «Derzeit sind 160 Milliarden von Negativzinsen betroffen», sagt Zurbrügg.

  • 10 :48

    Video: Jordan erklärt nochmals Aufhebung des Mindestkurses

    Video ««Der Mindestkurs war nicht mehr nachhaltig»» abspielen

    «Der Mindestkurs war nicht mehr nachhaltig»

    1:09 min, vom 19.3.2015

  • 10 :45

    Tweets zur #SNB

  • 10 :43

    Jordan zu Negativzinsen

    Der SNB-Präsident sieht derzeit keine echten Alternativen zu den Negativzinsen. Die Strafzinsen für die Geschäftsbanken trügen dazu bei, die Überbewertung des Frankens abzubauen. «Bei aller Besorgnis über die Negativzinsen sollte auch nicht vergessen werden, dass bei einer negativen Inflation die Realzinsen höher sind als die Nominalzinsen.» In der Vergangenheit sei die Inflation schon öfters höher als der Nominalzins gewesen. Gemessen am realen Ertrag habe es also schon Zeiten gegeben, in denen sich Sparen weniger gelohnt habe als heute.

  • 10 :40

    Jordan zum gegenwärtigen Zinsniveau

    «Wir werden nun das gegenwärtige Zinsniveau vorerst beibehalten», sagt Jordan zum rekordtiefen Zinsniveau. «Es wird die Abschwächung des Franken weiter
    unterstützen.»

  • 10 :38

    Tweets zur #SNB

  • 10 :34

    Video: Jordan zum Ausblick für die Weltwirtschaft

    Video ««Der Ausblick bleibt unsicher»» abspielen

    «Der Ausblick bleibt unsicher»

    0:56 min, vom 19.3.2015

  • 10 :26

    Video: Jordans Erklärung zur aktuellen Geldpolitik

    Video «Jordan zur aktuellen Geldpolitik» abspielen

    «Der Franken ist deutlich überbewertet»

    1:00 min, vom 19.3.2015

  • 10 :20

    Keine Angaben zu aktuellen Interventionen

    Jordan macht keine Angaben darüber, ob die SNB derzeit Transaktionen am Devisenmarkt macht.

  • 10 :19

    Fragen der Journalisten

    Nun haben die anwesenden Medienvertreter die Möglichkeit, dem Direktorium ihre Fragen zu stellen.

  • 10 :18

    «Keine Alternativen»

    Jordan betont noch einmal, dass es zu den aktuellen geldpolitischen Massnahmen keine Alternativen gebe. Ein Festhalten am Mindestkurs hätte in keinem Verhältnis von Kosten und Nutzen gestanden. Auch zum Negativzins habe es keine Alternative gegeben.

  • 10 :14

    Ausblick für die wirtschaftliche Entwicklung

    Die SNB erwartet nach den Worten Jordans für 2015 eine Zunahme des Bruttoinlandprodukts von nur noch knapp einem Prozent. Die Arbeitslosigkeit dürfte nach Einschätzung der Nationalbank moderat ansteigen, sagt Jordan. Stützend wirke aber das eher günstige internationale Umfeld, wo sich eine Erholung abzeichne.

  • 10 :11

    Kraftakt für die Unternehmen

    Jordan räumt ein, dass die Lage für die Schweizer Wirtschaft mit dem starken Franken nun schwieriger geworden sei. In der Vergangenheit hätten die Unternehmen Wege gefunden, sich anzupassen. Er sei sich der Herausforderungen für die Wirtschaft aber bewusst, sagt Jordan.

  • 10 :08

    Zum Wechselkurs

    Jordan blickt noch einmal zurück auf die Entwicklung der vergangenen Monate. Er verteidigt die Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Ein Festhalten hätte zu grosse Kraftanstrengungen gekostet.