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Wirtschaft MEM-Arbeiter erhalten mindestens 3300 Franken Lohn

Die Angestellten der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie erhalten einen neuen Gesamtarbeitsvertrag. Es ist ein historisches Abkommen: Es garantiert zum ersten Mal Mindestlöhne. Die Gewerkschaft Unia muss noch zustimmen. Das gilt aber als sicher.

Ein Arbeiter mit Gesichtsmaske schweist ein Treppenteil.
Legende: Je nach Qualifikation und Standort erhalten die Arbeiter Mindestlöhne zwischen 3300 und 4150 Franken. Keystone

96'000 Beschäftigte in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) sind dem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellt. Sie verdienen künftig mindestens 3300 Franken im Monat, und das 13 Mal. Das ist der Mindestlohn für Ungelernte im Tessin und im Jurabogen. Der neue GAV schreibt unterschiedlich hohe Mindestlöhne für ungelernte und für qualifizierte Angestellte vor, abgestuft nach drei Lohnregionen.

Es ist der erste Gesamtarbeitsvertrag in der MEM-Branche, der verbindliche Mindestlöhne festschreibt. Das hat die Gewerkschaft Unia in zähen Vertragsverhandlungen durchgesetzt. Neu sieht der GAV auch eine Woche Vaterschaftsurlaub vor. Im Gegenzug können die Arbeitgeber flexibler auf Schwankungen beim Arbeitsanfall reagieren.

Der Branchenverband Swissmem hat den GAV am Donnerstag abend mit grossem Mehr angenommen – wohl auch mit Blick auf die anstehende Volksabstimmung über Mindestlöhne.

Damit haben fünf der sechs Sozialpartner den neuen GAV gutgeheissen: Neben den Arbeitgebern auch die Arbeitnehmer-Organisation Angestellte Schweiz und die Gewerkschaft Syna. Am Freitag müssen ihm die Delegierten der Unia noch zustimmen. Es ist mit einem Ja zu rechnen, denn mit den Mindestlöhnen ist die Hauptforderung der Gewerkschaft erfüllt.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Wird der Text überhaupt gelesen vor dem Schreiben von Kommentaren? 3'300.- Minimallohn Jurabogen & TI. VerkäuferInnen in Migros starten gleich - nach der Lehre. Wer reklamiert, soll mal Mieten anschauen im Jura - 700.- für ne Wohnung. TI hat wohl die starke Konkurrenz aus Italien - von da kommen auch Gelernte für 3'300.- arbeiten. Interessant wären Löhne in ZH, BS & GE.
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  • Kommentar von J. Brunner, Basel
    Ein historisch schlechtes Abkommen! Als ob man von CHF 3'300/Monat in der Schweiz leben könnte. Wie lange musste den für diesen lächerlichen Mindestlohn verhandelt werden? Länger als 5 Minuten!! Dies als historischen Erfolg der Gewerkschaft zu feiern ist grotesk. Aber auch die Arbeitgeber zeigen hiermit wie sehr die Arbeit geschätzt und honoriert wird.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    3300.-? Das kann aber nicht der Wille der Unia sein, oder? Wenn man in der Schweiz unter 4000.- als Arm gilt, dann sind die 3300.- ein Sklavenlohn! Nach meiner Lehre als Maschinenmechaniker im 1988 war mein Anfangslohn 4200.-! Was heute, auch dank Lohndumping hierzulande geschieht, ist das Letzte. Ausbeute und Sklavehaltung (auch bei IV Arbeitern) am Arbeiter. Unterstützt von einer völlig wirkungs und machtlosen Gewerkschaft. Aber Hauptsache die Bosse (auch von der Unia) sahnen dick ab!
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    1. Antwort von S.Röthlisberger, Aargau
      Als ich 2001 meine Lehre als Werkzeugmacher abschloss, war der Anfangslohn 3900. So viel zu steigenden Löhnen seit den 80er Jahren... Jeder Bürogummi verdiente mehr als wir. Und dann wieder das Gejammer über fehlende Fachkräfte. Qualität kostet halt was.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Man kann diese negative Entwicklung nicht der UNIA in die Schuhe schieben. Grundsätzlich Schuld ist die Globalisierung und Liberalisierung nach dem Zusammenbruch des Ostblocks.
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    3. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      Die Einwanderung sogenannt 'bildungsferner Schichten' ermöglicht und erlaubt es, ein tiefes Lohnniveau zu halten. Gibt es zuviele Aepfel, fällt deren Preis. Solange die, die 'eigentlich' für bessere Löhne kämpfen sollten, auch dafür kämpfen, die 'bildungsferne' Einwanderung noch zu fördern, wird sich daran nichts ändern. Das Blocher-Syndrom scheint die UNIA-Führung einfach nicht loszulassen, sonst wäre man doch fähig, solches zu erkennen...
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