Merrill Lynch akzeptiert Busse wegen Rassendiskriminierung

Seit Jahren liegen sich die US-Investmentbank und über 1000 schwarze Börsenhändler in den Haaren. Es geht um den Vorwurf der Rassendiskriminierung. Nun hat Merrill Lynch eingelenkt und ist bereit, eine Busse in der Höhe von 160 Millionen Dollar zu zahlen.

Die Investment-Bank Merrill Lynch will ihren schwarzen Börsenhändlern eine Busse von insgesamt 160 Millionen Dollar zahlen. Den vorläufigen Vergleich in der Sammelklage gab eine Vertreterin der Kläger bekannt. Die Bank bestätigte die Einigung indirekt. «Wir arbeiten an einer sehr guten Lösung und wollen die Möglichkeiten von afroamerikanischen Finanzberatern verbessern», teilte ein Sprecher der Bank mit.

Anfang September soll ein Gericht in Chicago endgültig darüber entscheiden. Anspruch auf das Geld haben der Anwältin zufolge rund 1200 schwarze Banker, die seit Juli 2001 bei Merrill Lynch beschäftigt waren.

Passanten gehen an Merrill-Lynch-Gebäude in New York vorbei. (reuters)

Bildlegende: Warum haben es schwarze Banker schwerer? Weil Weisse ihr Vermögen offenbar ungern Nichtweissen anvertrauen. Reuters

Gerechtigkeit nach acht Jahren

Die Klage ging 2005 zunächst von einem Angestellten der Bank aus – einem heute 68 Jahre alten Banker aus Nashville im Bundesstaat Tennessee. Im Laufe der Zeit schlossen sich hunderte weitere an. Der zentrale Vorwurf: Schwarze Angestellte von Merrill Lynch würden von ihrer Arbeitgeberin systematisch diskriminiert. Ihnen würden vor allem administrative Aufgaben übertragen und tiefere Löhne bezahlt. Zudem hätten ihre weissen Kollegen viel bessere Aufstiegschancen.

Selbst Stanley O'Neal – von 2002 bis 2007 der erste schwarze Vorstandschef bei Merrill Lynch – hatte eingeräumt, es sei für schwarze Angestellte schwieriger. Er begründete, die meisten Kunden seien weiss und würden ihr Vermögen ungern nichtweissen Bankern anvertrauen.