Aktienkurse sei Dank Milliardengewinn für Schweizer Nationalbank

Devisenanlagen der Nationalbank (insgesamt 710,5 Milliarden Franken)

  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) schreibt im ersten Quartal dieses Jahres einen Gewinn in Höhe von 7,9 Milliarden Franken.
  • Aus den Fremdwährungspositionen resultierte ein Überschuss von 5,3 Milliarden Franken – weitere 2,2 Milliarden Franken aus dem Bewertungsgewinn des Goldbestands. Das teilte die Schweizerische Nationalbank am Donnerstag mit.
  • Im Vorjahreszeitraum hatte die Notenbank von einer besseren Entwicklung bei Anleihen profitiert und einen Gewinn von 5,7 Milliarden Franken verbucht.

Es gibt vor allem zwei Gründe für diesen Gewinn. Die Nationalbank profitiert davon, dass sie rund 20 Prozent ihrer Devisen an Aktienmärkten anlegt. Die meisten Aktienkurse sind im ersten Quartal ordentlich gestiegen. So dass aus diesen Devisen ein Gewinn von 5 Milliarden Franken resultierte.

Zweitens hat auch der Goldpreis in dieser Periode zugelegt und trägt einen Teil zum Gewinn bei.

Die Ausgangslage war eigentlich nicht gut: Der Euro und der US-Dollar schwächeln weiter – wegen dem unsicheren Ausgang der Wahlen in Frankreich zum Beispiel oder weil die Europäische Zentralbank für einen tiefen Euro kämpft.

Das führt dazu, dass die SNB mit ihrem riesigen Devisenberg von mittlerweile über 700 Milliarden Franken Verluste macht. Über 2 Milliarden waren es im ersten Quartal. Sie können das Resultat der Nationalbank aber für einmal nicht trüben.

Negativzinsen mit positiver Wirkung

Die erhobenen Negativzinsen auf Girokontoguthaben trugen wesentlich zu den 0,5 Milliarden Franken Gewinn auf den Frankenpositionen bei. Der Quartalsgewinn liegt 2,2 Milliarden Franken über dem Vorjahr. Im letzten Jahr erzielte die SNB einen Jahresgewinn von 24,5 Milliarden Franken.

Wie die Nationalbank ihre Devisen anlegt

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • SNB: Anzeichen für eine neue Geldpolitik

    Aus ECO vom 10.4.2017

    Die Schweizerische Nationalbank SNB stemmt sich auch nach der Aufhebung des Mindestkurses Anfang 2015 gegen eine Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro – mit Negativzinsen und Interventionen am Devisenmarkt. Das hat ihr nebst Zustimmung auch viel Kritik eingetragen. Bisher hielt die SNB unbeirrt an ihrem Kurs fest, nun zeichnet sich eine Änderung der Geldpolitik ab.

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