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Wirtschaft Milliardenstrafe – Chevron will nicht zahlen

Der Oberste Gerichtshof Ecuadors hat den US-Ölkonzern Chevron wegen schwerer Umweltverschmutzung im Amazonas-Gebiet zu einer Geldstrafe in Höhe von 9,51 Milliarden Dollar verurteilt. Chevron akzeptiert das Urteil nicht.

Das Chevron-Logo neben der USA-Flagge.
Legende: Chevron behauptet: «Richter und Staatsanwälte sind bestochen worden.» Keystone

9,51 Milliarden Dollar muss Chevron wegen Schäden an der Umwelt bezahlen. Die Strafe ist die bisher höchste in der Geschichte des Umweltrechts.

Nicht rechtsstaatlich?

Doch Chevron anerkennt das höchstrichterliche Urteil in Ecuador genau so wenig wie alle jene der Vorinstanzen. Der Prozess sei nicht rechtsstaatlich geführt und Richter bestochen worden, behauptet der Konzern.

Die Firma versucht sich vor Gerichten in der Vereinigten Staaten aus der Affäre zu ziehen, wo die ecuadorianischen Kläger das Verfahren in den neunziger Jahren gestartet hatten. Ein New Yorker Gericht entschied damals, dass der Prozess in Ecuador stattfinden müsse.

Auffällig viele Krebskranke

Chevron hat die Ölfirma Texaco übernommen, die im ecuadorianischen Amazonasgebiet bis in den späten siebziger Jahre Öl förderte. Ihr und ihrer Rechtsnachfolgerin Chevron werfen die Kläger vor, damals aus reinem Gewinnstreben auf die elementarsten Umweltschutzmassnahmen verzichtet zu haben.

Der Bohrschlamm wurde in die Flüsse geleitet, statt zurück gepumpt in die Tiefe der Erde. Die Becken für Ölrückstände deckte Texaco nur mit einer dünnen Humusschicht zu, so dass die Böden in der Provinz Sucumbios grossflächig belastet sind – bis heute.

In der hauptsächlich von Indios bevölkerten Gegend haben sich die Krebserkrankungen und die Todesfälle auffällig gehäuft. Einzelne Stämme wurden richtiggehend dezimiert. Unterstützt von Umweltorganisationen klagte schliesslich ein ecuadorianischer Anwalt, im Namen von 30‘000 Geschädigten.

Keine Vermögenswerte in Ecuador

Chevron kritisiert vor allem die Rolle der Umweltorganisationen. Sie hätten den verschiedenen Gerichtsinstanzen in Ecuador vorsätzlich falsche Informationen und Gutachten vorgelegt. Auch Bestechung von Richtern und Staatsanwälten sei im Spiel gewesen.

Die Kläger haben inzwischen in vielen Ländern Lateinamerikas beantragt, Aktiven von Chevron zu beschlagnahmen, damit die Geschädigten zufrieden zu stellen. Bislang ist es zu keiner solchen Aktion gekommen. In Ecuador selbst hat Chevron keine Vermögenswerte mehr.

Ölförderung im Naturschutzgebiet

Im ecuadorianischen Amazonasgebiet wird nicht nur weiter Öl gefördert. Die Regierung will auch neue Felder erschliessen, nachdem sie das Yasuni-Projekt für gescheitert erklärt hat. Dabei wollte Ecuador das Öl ursprünglich im Boden lassen und von der internationalen Gemeinschaft entschädigt werden.

Die Initiative für den Klimaschutz ist aber mangels Interesse der potenziellen Geldgeber gescheitert. Die neuen Ölquellen werden in einem Naturschutzgebiet erschlossen.

(stric)

3 Kommentare

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  • Kommentar von A. Loeber, Winterthur
    Solche News machen mich traurig. Wir steuern auf direktem Weg ins klimatische Verderben unseres Planeten. Es scheint so, als wollten wir später mal erzählen können: Hey egal, dass die Erde kaputt ist, hauptsache wir haben genügend PROFIT gemacht. Wann wachen wir endlich auf und realisieren, dass unser Wirtschaftssystem, dass darauf ausgelegt ist, dass jeder um sein Geld und Überleben kämpfen muss, in die Sackgasse führt??!?!
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    1. Antwort von adam b. christ, bern
      '...spaeter mal erzaehlen koennen'...ist wohl nicht ganz richtig, es wird bald kein spaeter mehr fuer den menschen geben... und: der natur ist erden klima und umwelt ganz egal - denn sie kann und wird ohne menschen weiter bestehen, so wie das universum auch besteht, nach gesetzen, die wir nicht begreifen. wir menschen koennen aber nicht ohne intakte natur auf dieser erde ueberleben... und: der mensch stirbt aust, denn er ist zu dumm um die natur die ihm das leben ermoeglichst zu respektieren...
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  • Kommentar von Thomas Studer, St.Gallen
    Der angerichtete Schaden kann mit Geld nicht rückgängig gemacht werden, aber hilft den Opfern für die Bewältigung Ihres erschwerten Lebens. Die USA sind gefordert, dafür zu sorgen, dass Chevron die Strafe nun endlich bezahlt. Das Zahlen der Strafe hilft in Zukunft sorgfältiger zu arbeiten und Erdöl zu ersetzen um das Klima zu stabilisieren.
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