Milliardenzocker Jérôme Kerviel wird von der Haft verschont

Der ehemalige Börsenhändler Jérôme Kerviel hat nach Ansicht der französischen Justiz 4,9 Milliarden Euro veruntreut. Dafür kassierte er drei Jahre Haft. Im Mai hat er sie angetreten – jetzt kommt er auf freien Fuss. Er selbst hält sich für unschuldig.

Milliardenzocker Jérôme Kerviel mit braungebranntem Teint und einer Hand vor dem Mund.

Bildlegende: Kusshändchen für die Justiz? Statt nach drei Jahren nach vier Monaten zuhause: Milliardenzocker Jérôme Kerviel. Keystone/archiv

Nach nur vier Monaten Haft soll der als Milliardenzocker bekannt gewordene Börsenhändler Jérôme Kerviel mit einer elektronischen Fussfessel entlassen werden.

Der 37-Jährige komme am Montag auf freien Fuss, gab sein Anwalt in Paris bekannt. Angeblich soll das Pariser Berufungsgericht einen entsprechenden Entscheid gefällt haben. Kerviel hatte erst im Mai seine dreijährige Haftstrafe angetreten.

Die Chefs sind schuld

Der frühere Mitarbeiter der Pariser Grossbank Société Générale war in zwei Verfahren verurteilt worden, weil er eigenmächtig und skrupellos 4,9 Milliarden Euro verzockte. Wegen Untreue, Dokumentenfälschung und Manipulation von Computerdaten bekam er drei Jahre Haft, zwei weitere wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Kerviel hält sich für unschuldig. Er behauptet, sein früherer Arbeitgeber habe von den Spekulationsgeschäften gewusst und sie toleriert.