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Mögliche Interessenkonflikte Finma ermittelt gegen Pierin Vincenz

Pierin Vincenz.
Legende: Pierin Vincenz verliess Ende September 2015 nach 16 Jahren die Raiffeisen.Gruppe. Keystone
  • Gegen den früheren Chef der Raiffeisen-Gruppe, Pierin Vincenz, hat die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) ein Verfahren eingeleitet. Vinzenz hat Raiffeisen zur drittgrössten Bank der Schweiz gemacht.
  • Das Verfahren gegen ihn sei am 1. November eröffnet worden, wird Vincenz in einer Mitteilung zitiert.
  • Vinzenz teilt darin mit, er sei der Ansicht, er habe potenzielle Interessenskonflikte mit der notwendigen Sorgfalt behandelt.

«Ich bin von der Finma am 1. November 2017 darüber informiert worden, dass im Zuge des Verfahrens gegen Raiffeisen Schweiz auch gegen mich persönlich ein Enforcement-Verfahren bezüglich Handhabung von Interessenskonflikten während meiner Zeit bei Raiffeisen Schweiz eröffnet worden ist.» So lässt sich Vincenz in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung zitieren.

«Ich bin der Ansicht, potenzielle Interessenskonflikte mit der notwendigen Sorgfalt behandelt zu haben, und habe der Finma für die Untersuchung meine volle Unterstützung zugesichert», heisst es weiter in der Mitteilung in der keine weiteren Informationen mehr enthalten sind.

Finma untersucht bereits Raiffeisen-Gruppe

Erst am vergangenen Montag wurde bekannt, dass die Finma die Unternehmensführung der Raiffeisen-Gruppe untersucht. Sie hat ein Verfahren zur Corporate Governance, den Grundsätze der Unternehmensführung, bei der Bankengruppe eingeleitet. Raiffeisen hat dies bestätigt, aber ohne weitere Angaben zu machen, da es sich um ein laufendes Verfahren der Finma handle.

Laut Medienberichten werden dabei auch Übernahmen durch Raiffeisen oder verbundene Unternehmen untersucht. Raiffeisen hatte unter anderem die Privatbank Wegelin gekauft und war beim Finanzunternehmen Leonteq eingestiegen.

Die Finma selbst bestätigte, bei der Raiffeisen Corporate-Governance-Themen zu untersuchen. Nach ersten Ergebnissen wurde nun ein Verfahren eröffnet.

Helvetia Holding sieht sich nicht betroffen

Zum Verfahren gegen Vincenz publizierte am Sonntagabend auch die Helvetia Holding eine Stellungnahme: «Helvetia Versicherungen nimmt davon Kenntnis, dass die Finanzmarktaufsicht Finma eine Untersuchung führt, welche sich gegen den Verwaltungsratspräsidenten von Helvetia, Pierin Vincenz richtet», heisst es dort.

Der Verwaltungsrat sehe aber keinen Anlass, das Präsidium von Vincenz in Frage zu stellen. Helvetia sieht sich von dieser Untersuchung nicht betroffen, denn diese stehe in keinem Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei Helvetia.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Ochsner (Hans Ochsner)
    Aha, die eifrige Finma. 2016 waren es 477 Vollzeitstellen auf 260 Banken. Das Verhältnis war wahrscheinlich in etwa umgekehrt als der Finanzplatz noch prosperierte. Regulierungsschwachsinn? Wieso nur kommt mir die Finma ähnlich vor wie die SRG vor?
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  • Kommentar von Hanspeter Gantenbein (hpgantenbein)
    Vielleicht wäre es auch einmal sn der Zeit die Aufgaben der Finma zu überprüfen. Diese entwickelt sich immer mehr zu einem unbezahlbaren Verwaltungsapparat mit extremsten Wirtschaftshemmnissen.
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