Nach dem Mindestkurs-Schock: Schweizer Exporte schwächeln

Von einem Einbruch kann noch keine Rede sein, von einem Stottern aber schon: Die Schweizer Exporte sind im ersten Quartal des Jahres um 1,4 Prozent zurückgegangen. Einige Branchen spürten die Folgen des starken Frankens deutlicher als andere. Und es gab auch Exporteure, die zulegen konnten.

Containerhafen Kleinhüningen am Rhein

Bildlegende: Containerhafen Kleinhüningen: Das Ende des Euro-Mindestkurses wirkt sich bisher nur moderat auf die Exporte aus. Keystone


Trotz Mindestkurs-Schock teilweise gute Zahlen

1:27 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.04.2015

Der Schweizer Aussenhandel schwächelt: Die Exporte nahmen im ersten Quartal des Jahres um 1,4 Prozent ab. Insgesamt wurden Waren im Wert von rund 50,6 Milliarden Franken ausgeführt, teilte die Eidgenössische Zollverwaltung mit. Bereinigt man die Zahlen um Teuerungseffekte, war der Rückgang sogar noch etwas höher – bei 1,7 Prozent.

Papierindustrie am stärksten betroffen

Der Rückgang war nicht über alle Branchen gleich verteilt. Am stärksten fielen die Exportrückgänge mit rund 13 Prozent in der Papier- und Grafischen Industrie aus. Auch die Kunststoff- (-8,8 Prozent) und die Maschinen- und Elektronikindustrie (-6,5 Prozent) waren überdurchschnittlich betroffen.

Einige Branchen legten trotz starkem Franken zu: So steigerten die Exporteure von Präzisionsinstrumenten ihre Ausfuhren um 2,6 Prozent. Auch die Uhrenindustrie verzeichnete ein Plus (3,1 Prozent). Bei den Bijouterie- und Juwelierwaren kletterten die Exporte gar um 21,7 Prozent, was die Zollverwaltung aber zum Teil mit Sortimentsverschiebungen erklärt.

Stärkster Rückgang nach Afrika

Nach Kontinenten war der Exportrückgang nach Afrika (-12 Prozent) am höchsten. Der Versand nach Europa – mit einem Anteil von 57 Prozent der klar wichtigste Markt – nahm um 5 Prozent ab. Dagegen erhöhten sich die Lieferungen nach Asien und Nordamerika um je 6 Prozent.

Bei den Einfuhren kam es wechselkursbedingt zu einem deutlichen Preisrückgang von 5,1 Prozent – insbesondere, weil im Jahresvergleich Energieträger billiger wurden. Damit schrumpften die Importe nominal um 4,4 Prozent auf 42,4 Milliarden Franken, während preisbereinigt ein leichtes Plus von 0,8 Prozent resultierte. Die Handelsbilanz erreichte so einen Überschuss von 8,2 Milliarden Franken.