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Nach der Affäre Vincenz VR-Präsident von Raiffeisen tritt zurück

Legende: Video Erster Rücktritt bei Raiffeisen im Fall Vincenz abspielen. Laufzeit 4:24 Minuten.
Aus 10vor10 vom 08.03.2018.
  • Die Affäre um den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz zieht weitere Kreise. Der Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen-Gruppe, Johannes Rüegg-Stürm, legt sein Amt per sofort nieder.
  • Der 1961 geborene Professor an der Hochschule St. Gallen präsidierte den Verwaltungsrat im 50-Prozent-Pensum seit 2011. Ins Gremium berufen wurde er 2008.
  • Nun führt Pascal Gantenbein den Verwaltungsrat interimistisch.

In einer Medienmitteilung schreibt Raiffeisen: «Angesichts der jüngsten Entwicklungen in Zusammenhang mit dem eingeleiteten Strafverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Pierin Vincenz, sowie des noch immer laufenden Finma-Verfahrens gegen Raiffeisen Schweiz ist dies ein wichtiger Schritt, um die Glaubwürdigkeit von Raiffeisen Schweiz langfristig zu erhalten.»

Mit seinem Rücktritt übernehme Rüegg-Stürm Verantwortung und mache den «Weg frei, um die Erneuerung innerhalb des Verwaltungsrates voranzutreiben», heisst es weiter.

Der Basler Professor Pascal Gantenbein übernimmt nun als neuer Vizepräsident ad interim die Führung des Gremiums. Er war 2017 als unabhängiger Verwaltungsrat gewählt worden.

Vincenz in U-Haft

Der frühere Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz sitzt seit letzter Woche in Untersuchungshaft. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Vincenz soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Aduno reichte im letzten Dezember Anzeige ein. Raiffeisen doppelte letzte Woche nach. Vincenz bestreitet die Vorwürfe.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (Chäsli)
    Der gesamte Verwaltungsrat und sämtliche obersten Kader müssten gehen, haben doch alle gewusst, dass die Ehefrau von Vincenz die Ermittlungen gegen ihren Ehemann geführt hat. Hat doch der Verwaltungsrats-Präsident Rüegg-Stürm in einem Interview erklärt, die Besetzung als Chefermittlerin mit der Ehefrau von Vincenz sei unglücklich gewesen.
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  • Kommentar von Peter Boos (Brionese)
    Meiner Meinung ein Zeichen der Schwäche von Herrn Rüegg: ein starker VRP würde Herrn Gisler vor die Tür stellen und nicht selber gehen. Das wäre ein starkes und meiner Meinung das Richtige!
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  • Kommentar von Simon Hauri (S.H.)
    Werte SRF, gemäss der Medienmitteilung der FINMA vom 21.12.17 ist das Verfahren der FINMA gegen Raiffeisen bzw gegen Pierin Vincenz eingestellt (Quelle: finma.ch, aufgerufen am 8.3.18 um 20:25) Ich bitte Sie um die Korrektur des Artikels.
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    1. Antwort von SRF News
      Wir zitieren die Medienmitteilung von Raiffeisen vom 8.3.: «des noch immer laufenden Finma-Verfahrens gegen Raiffeisen Schweiz». Auch in der Medienmitteilung der Finma steht an Ende: «Während das Verfahren gegen Pierin Vincenz nun wegen Gegenstandslosigkeit abgeschrieben wird, läuft das parallele Enforcementverfahren zu Themen der Corporate Governance gegen die Raiffeisen Schweiz weiter.»
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