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Wirtschaft Neue Runde im VW-Machtkampf: Piëchs Stuhl soll wackeln

Die Ablösung von VW-Konzernchef Martin Winterkorn ist gescheitert. Der Mann, der den CEO in die Wüste schicken wollte, Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, steht immer stärker im Kreuzfeuer. Jetzt soll gar die Ablösung des 78jährigen Konzern-Patriarchen betrieben werden.

Ferdinand Piech
Legende: Wird aus dem Jäger Piëch ein Gejagter? Neue Medienberichte deuten darauf hin. Keystone

V olkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch muss nach dem verlorenen Machtkampf gegen den Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn nun selbst um sein Amt fürchten, berichtet die «Bild am Sonntag».

«Geschäftsfähigkeit infrage stellen»

«Die Mehrheit ist gegen Piëch», zitierte die Zeitung einen Aufsichtsrat. Neben den zehn Arbeitnehmervertretern wollten auch die jeweils beiden Aufsichtsräte Niedersachsens und der Porsche-Familie den Patriarchen abwählen. Das seien 14 der insgesamt 20 Aufsichtsräte.

«Man muss nach der Sitzung vom Donnerstag die Geschäftsfähigkeit des Vorsitzenden infrage stellen», zitierte das Blatt ein Mitglied des Gremiums. Volkswagen, die Porsche SE in Stuttgart und Piëchs Büro in Salzburg wollten sich am Samstagabend nicht dazu äussern.

Niederlage für Piëch

Im Machtkampf mit Winterkorn hatte Piëch zuvor eine herbe Niederlage einstecken müssen. Winterkorn, dem Piëch das Vertrauen entzogen hatte, bleibt an der Spitze von Europas grösstem Autobauer. Sein Vertrag soll sogar noch verlängert werden, wie VW am Freitag mitteilte.

Dafür hatten sich bei einer Krisensitzung in Salzburg nach Reuters-Informationen fünf von sechs Mitgliedern im Präsidium des Aufsichtsrats ausgesprochen und damit gegen Piëch gestellt.

9 Kommentare

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  • Kommentar von P. Studer, S. Gallen
    Macht abgeben ist schwer. Piëch ist der Ansicht, dass der Betrieb ohne ihn nicht weitergeht. Gier und Machtgelüste sind an der Tagesordnung, da duldet man keinen Rivalen. Soll in Rente gehen, alt genug wäre er. Jüngere Nachfolger bringens auch, neue Ideen, Inovationen. In allen grossen Betrieben sind Rentner 75/80+ an der Tagesordnung, wollen ihren Chefsessel auf Teufel komm raus nicht frei geben. Es geht auch ohne sie.
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  • Kommentar von Heiri Kugler, UdonThani
    Piechs weisse Weste ist schon längst arg strapaziert. Nicht erst seit der Einverleibung von Porsche. Die gesamte VW-Geschichte ist eine äusserst unrühmliche - stets von der Politik gedeckt!
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die News über die Führungsstreitigkeiten des grossen Autobauers aus D dominieren seit längerer Zeit die Nachrichten - obwohl es ganz andere Themen mit viel grösserer Relevanz gäbe: Berichte zu Griechenlands Aktivitäten, Proteste in der Ukraine (gegen ausl. Beteiligung in der Regierung), Portrait Igor Kolomoiski, Umgang Frankreichs mit Schulden, Victoria Nuland und ihre Reisen Reisen in und um Europa, Aktivitäten auf US-Militärbasen in D, "russisches U-Boot" vor SWE+ was ist daraus geworden, usw.
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Immerhin geht es bei solchen Konzernen um hunderttausende von Arbeitsplätzen. Da kann es schon noch relevant sein, von wem der Konzern geführt wird und welche Strategie man verfolgt. Dem Porsche-Enkel Piëch gelang es immerhin, den Asiaten erfolgreich die Stirn zu bieten, was man von den wenigsten europäischen Mitbewerber sagen kann.
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    2. Antwort von m.mitulla, wil
      @H.Glauser. Die "hunderttausenden" von Arbeitsplätzen stehen hier wohl nicht zur Debatte. Es geht um die Vorherrschaft im Konzern, kurzum: um Macht. Das ist sicher wichtig - ebenso die Arbeitsplätze - und überhaupt. trotzdem gibt es andere - sagen wir mindestens ebenso wichtige - Themen, denen wesentlich weniger Platz und Zeit eingeräumt wird. DAS hatte ich kommentiert.
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