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Neue Treibstoffe Wie sieht die Tankstelle der Zukunft aus?

Benzin und Diesel gibt es bei der Tankstelle. Doch was haben die Tankstellen zu bieten, wenn die Ära der fossilen Brennstoffe zu Ende geht?

Legende: Video Die Tankstelle der Zukunft abspielen. Laufzeit 03:37 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.10.2017.

Als 1888 die erste Tankstelle der Welt eröffnet wurde, gab es dort neben dem Treibstoff nicht Brötchen und Gummibärchen zu kaufen, sondern Tabletten und Heilkräuter – denn die erste Tankstelle war eine Apotheke. Mit dem kleinen Laden im süddeutschen Wiesloch haben moderne Tankstellen allerdings nichts mehr gemein.

Ein Ort zum Verweilen

Eine Apotheke, die Treibstoff verkauft: Das passt nicht ins moderne Bild einer Tankstelle. Da stellt sich die Frage, ob das heutige Modell in Zukunft auch so veraltet scheinen wird. Grosse Einkaufsflächen, reihenweise Benzin-Zapfsäulen: Sieht so auch noch die Tankstelle der Zukunft aus?

Die Tankstelle wird nicht fundamental anders aussehen.
Autor: Daniel HoferGeschäftsführer Migrol

«Sie wird nicht fundamental anders aussehen», ist Daniel Hofer, Geschäftsführer von Migrol und Präsident der Erdöl-Vereinigung, überzeugt. Auch die Tankstelle der Zukunft werde verschiedene Dienstleistungen neben dem Tanken anbieten.

Zum Kiosk und der Autowaschanlage könnten etwa Treffpunkte hinzukommen, welche für eine kurze Zeit Entspannung und die Möglichkeit zum Austausch bieten. Auch mehr Gastronomie-Angebote seien möglich. Dies vor dem Hintergrund, dass ein Auto mit Strom aufzuladen deutlich länger dauert als Benzin zu tanken.

Noch sehr wenige Autos mit alternativen Treibstoffen

Denn neben fossilen Brennstoffen sieht Hofer auch für alternative Treibstoffe einen Platz an der Tankstelle: «Elektro laden an einer Säule, Auftanken von Wasserstoff an einer anderen Säule, auch Erdgas wäre möglich.» Bereits heute gibt es etwa 1900 Ladestationen für Elektroautos, Zapfsäulen für Erd- und Biogas oder Wasserstoff sind seltener.

Die Mineralöl-Firmen werden auch aufspringen, sobald die Stückzahl von alternativ betriebenen Fahrzeugen steigt.
Autor: Marc ZyssetGeschäftsführer Säntis Energie

Für die Zukunft gewappnet ist die Tankstelle von Säntis Energie in Herisau. Hier gibt es weder Benzin noch Diesel, sondern nur Biogas und Strom. Noch rentiert sich die Öko-Tankstelle allerdings laut Geschäftsführer Marc Zysset nicht: dafür sind noch zu wenige Autos mit diesen Treibstoffen auf den Schweizer Strassen unterwegs.

Wer ein neues Geschäftsmodell ausprobiert, bezahlt dafürauch die Kosten. Doch Zysset ist sich sicher, dass sein Modell Zukunft hat – und die Konkurrenz bald nachzieht: «Die Mineralöl-Firmen werden auch aufspringen, sobald die Stückzahl von alternativ betriebenen Fahrzeugen steigt.»

Benziner bleiben noch lange auf der Strasse

Das dürfte aber noch eine Weile dauern. Sogar wenn ab heute jeder Neuwagen mit alternativem Treibstoff fahren würde, dürfte es gut 20 Jahre dauern, bis keine Benziner und Diesel mehr auf der Strasse sind. So die Rechnung von Hermann Pengg, bei Audi verantwortlich für erneuerbare Treibstoffe. Und: «Es wird noch viel länger dauern.» Denn natürlich werden weiterhin Autos mit Verbrennungsmotoren verkauft.

Nicht in allen Fällen ist das Elektroauto die nachhaltigste Lösung.
Autor: Hermann PenggLeiter Erneuerbare Treibstoffe Audi

Das sei auch berechtigt. Pengg ermahnt: «Nicht in allen Fällen ist das Elektroauto die nachhaltigste Lösung. In Ländern, wo Strom aus Kohle hergestellt wird, ist das Elektroauto möglicherweise die schlechtere Lösung als der Verbrennungsmotor.»

Einig sind sich alle, dass die Tankstelle der Zukunft nicht nur Benzin, Diesel und Kioskware anbieten wird. Doch welche Treibstoffe sich durchsetzen und wie sie möglichst nachhaltig produziert werden, bleibt ein Streitpunkt.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Vielleicht eine Tränke für Pferde, etwas Hafer und Pferde zum auswechseln? ein Paar Kutschen? Und wieder mehr Pferdefleisch? Also ich hätte da nichts dagegen etwas mehr Gemütlichkeit und Pfärdeäpfel, was kann man mit den Pferdeäpfeln an Energie gewinnen? Wiso immer neu wenn schon alles da ist. Das eine schliesst das andere ja nicht aus, aber eine Autoreduzierte Stadt dafür Kutschen währe doch auch eine vorbildliche Vision. Was spricht da eigentlich dagegen? Partei des Pferdes und des Herdes.
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Wasserstoff und Erdgas. Elektrozapfsäulen sind sicher nicht praktikabel und werden in Zukunft auch nicht gebraucht. Ausser es findet sich ein Erfinder, der es schafft ein Batterie in 5 Minuten voll zu laden. Das darf aber getrost angezweifelt werden. Der ganze Batterienhype hat eh kein Zukunft. Zu kosten und energieaufwendig in der Produktion und Entsorgung und kaum Reichweite und Haltbarkeit.
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    1. Antwort von Frank Henchler (Fränki)
      Zwar werden sich Reichweite und Ladezyklus noch verbessern, doch ich bin mir fast sicher, dass die Batterie nicht die Antriebstechnik der Zukunft sein wird.Der Energieeinsatz für Nutzung,Herstellung und Recycling ist deutlich zu hoch.Der E Motor hingegen wird sich langfristig durchsetzen und ich bin gespannt ob die dt. Autobauer, da noch ein Ass im Ärmel haben.Am liebsten wäre mir, man würde eine sichere und marktfähige H-Lösung entwickeln,die ökologisch gesehen, die beste Alternative wäre.
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  • Kommentar von B Näf (uluru)
    Die Branche hätte es gerne, wenn die Abhängigkeit der Kunden erhalten bliebe. Die Praxis sieht zum Glück anders aus. Das E-Auto wird jede Nacht zuhause geladen. Nachladen unterwegs ist nur bei Fernreisen nötig, bei über 400 km Tagesleistung. Heute werden 240 km Reichweite in 30 Minuten nachgeladen. Das reicht für einen Kaffee und eine Biopause. Die Infrastruktur dafür ist vorhanden.
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    1. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Wenn jeder alle zwei Stunden 30 Minuten nachladen müsste, stünde der Verkehr still! Und die Schlangen an den Tankstellen würden den restlichen Verkehr blockieren!
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    2. Antwort von Arnold Weiss (A.Weiss)
      @Duran: Haben Sie den Kommentar von B Näf nicht gelesen? Die meisten werden den Akku über Nacht laden. Die Mehrheit der Autos werden zum Pendeln benutzt, und da ist reicht eine volle Akkuladung morgens völlig aus. Eine Akkuladung über Nacht hätte zudem den Vorteil, dass die gesamtschweizerische Strombelastung über Nacht geglättet werden könnte. (Mir persönlich wäre es ja egal, ob mein Auto im 23Uhr oder 04Uhr geladen wird). Wer das Auto so auflädt, würde dafür weniger zahlen.
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    3. Antwort von Frank Henchler (Fränki)
      AW: Wo sollen denn ihrer Meinung nach, die Mehrzahl der Stadtbewohner den Strom tanken? Ich meine jetzt jene, die im 3 Stock eines Mehrfamilienhauses wohnen und über keinen Parkplatz verfügen? Sie haben da sicher eine Antwort drauf.
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