Pensionskassen profitieren von Aufschwung

Die Schweizer Pensionskassen haben ein gutes Jahr hinter sich – dank dem Hoch an den Börsen haben sie 2012 über sieben Prozent Rendite erwirtschaftet. Und auch im laufenden Jahr läuft es bekanntlich gut an den Aktienmärkten.

Die Schweizer Pensionskassen profitieren vom Aufschwung an den Börsen. Im Jahr 2012 haben sie im Schnitt eine Anlagerendite von 7,2 Prozent erzielt. Die Deckungsgrade sind damit erneut durchs Band gestiegen.

Swisscanto, die Vorsorgespezialistin der Kantonalbanken, hat die Pensionskassen zu ihrer Situation befragt. Die privatrechtlichen Pensionskassen konnten ihren Deckungsgrad demnach per Ende 2012 von 103 auf 109 Prozent erhöhen. Die öffentlich-rechtlichen mit Vollkapitalisierung legten von 95 auf 100 Prozent zu, jene mit Teilkapitalisierung von 72 auf knapp 74 Prozent.

Gedämpfter Optimismus für 2013

Im laufenden Jahr geht es an den Börsen mit neuen Rekordständen weiter. Trotz der guten Entwicklung stehen die Vorsorgeeinrichtungen laut der Umfrage aber weiterhin vor grossen Herausforderungen. So liegen die Deckungsgrade immer noch klar unter dem Zielwert von 100 Prozent plus 16 Prozent Wertschwankungsreserve.

Selbst bei den privatrechtlichen Kassen betrage die Abweichung 7 Prozentpunkte. Damit sei die volle Risikofähigkeit vieler Pensionskassen noch nicht erreicht.

Das schränke den Handlungsspielraum beim Anlegen von Vorsorgegeldern ein, teilt Swisscanto mit. Zudem seien wegen den tiefen Zinsen bei Obligationen nur noch bescheidene Erträge möglich. So hat etwa die Hälfte der Pensionskassen ihren Obligationenanteil abgebaut und stattdessen in Immobilien investiert.

Sichere Anlagen mit wenig Rendite

«Der Risikoappetit an sich ist nicht grösser geworden», sagt Peter Bänziger, Anlage-Chef bei Swisscanto, gegenüber Radio SRF. Es habe lediglich eine Verlagerung stattgefunden. Um potenzielle Zinsrisiken zu vermeiden, nehme man eben andere Risiken ins Portfolio hinein, wie zum Beispiel höhere Aktienanteile.

Die Pensionskassen handelten aber nicht nur Risiko getrieben, sondern vor allem Rendite getrieben, erklärt Bänziger: «Die Obligationenmärkte geben nicht mehr viel her, während dem die Aktienmärkte noch fair bewertet sind.» Damit seien die Ertragsaussichten dort auch im 2013 wesentlich besser als bei den Obligationen.