Piloten der portugiesischen Staats-Airline streiken

Die Flugangestellten der Airline TAP Portugal protestieren das gesamte Wochenende gegen die verschlechterten Arbeitsbedingungen. Die Airline mit einem strikten Sparkurs auf die Privatisierung vorbereitet werden. Den Angestellten stösst das sauer auf.

Eine Flugzeug der TAP

Bildlegende: Die TAP gehört wie die Swiss dem Verbund der Star Alliance an. Reuters/archiv

Ein 24-stündiger Pilotenstreik hat bei der Airline TAP Portugal zum Ausfall Dutzender Flüge geführt.

Umbuchungen und Stornierungen

Bis Samstagnachmittag seien 46 Kurz- und Mittelstreckenverbindungen ausgefallen, sagte ein Sprecher der Staatslinie. Betroffen seien unter anderem Flüge nach Düsseldorf, Hannover, Mailand, Rom, Oslo, Stockholm und Kopenhagen.

Auf dem Flughafen von Lissabon blieb es relativ ruhig. Ein grosser Teil der rund 27'000 betroffenen Passagiere hat rechtzeitig storniert oder umgebucht. Von den 350 für Samstag geplanten Flügen will die TAP «mindestens 200» normal abwickeln.

Die Piloten protestieren gegen eine angebliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Sie verlangen zudem von der Regierung die Aufnahme von Gesprächen über die Zukunft des Unternehmens.

Zweiter Versuch zur Privatisierung

Man habe den TAP-Betrieb nicht völlig durcheinanderbringen, sondern einen Alarmschrei ausstossen wollen, hiess es von der Pilotengewerkschaft SPAC. In den vergangenen zwei Jahren habe TAP aufgrund der Verschlechterungen 37 seiner besten Piloten verloren.

TAP soll bis zum Jahresende privatisiert werden. Der Unternehmer Miguel Pais do Amaral, der im Medien-, Immobilien- und Energiebereich tätig ist, kündigte an, er wolle bald eine Übernahmeofferte machen. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise in Portugal war ein erster Versuch zur Privatisierung der Fluglinie 2012 gescheitert.