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Quartalszahlen SNB Schweizerische Nationalbank macht fast 33 Milliarden Gewinn

Dank abgeschwächtem Franken, guter Stimmung auf den Aktienmärkten und höherem Goldpreis hat die SNB im dritten Quartal einen rekordhohen Gewinn eingefahren.

Legende: Video Schweizerische Nationalbank mit Rekordgewinn abspielen. Laufzeit 00:49 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.10.2017.
  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im dritten Quartal einen rekordhohen Gewinn von 32,5 Milliarden Franken eingefahren, wie die SNB mitgeteilt.
  • Sowohl die weitere Abschwächung des Frankens als auch die Entwicklung auf den Kapitalmärkten haben der SNB im dritten Quartal in die Hände gespielt.
  • Für die ersten neun Monate 2017 weist die SNB somit einen Gewinn von 33,7 Milliarden Franken (VJ +28,7 Milliarden) aus.

Ein Rekordergebnis im dritten Quartal in dieser Höhe war allgemein erwartet worden. Ökonomen der Grossbank UBS sprachen dann auch bereits im Vorfeld von «einer Verkettung glücklicher Umstände». Ein Preisanstieg des Goldes und eine Abschwächung des Frankens zur gleichen Zeit seien ungewöhnlich.

Devisenportfolio ist heute mehr wert

Die Ergebnisentwicklung der Notenbank hängt tatsächlich massgeblich von der Entwicklung ihres 761 Milliarden Franken schweren Devisenportfolios ab, das sie im Zuge jahrelanger Interventionen aufgebaut hat. Ziel war es, den Franken mit Käufen von anderen Währungen wie Euro oder Dollar gezielt zu schwächen, um damit die exportorientierte Schweizer Wirtschaft zu stützen.

Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen betrug in den ersten drei Quartalen allein 30,3 Milliarden Franken, wie die SNB mitteilte. Die wechselkursbedingten Gewinne beliefen sich dabei auf insgesamt 10,5 Milliarden Franken.

Gute Stimmung auf den Aktienmärkten wirkt sich aus

Legende: Video Einschätzung von Stefanie Pauli, Wirtschaftsredaktorin SRF abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.10.2017.

Zu dem Ergebnis führte aber auch höhere Gold- und Anleihenpreise und die weiterhin gute Stimmung an den Aktienmärkten. Die Beteiligungspapiere profitierten vom günstigen Börsenumfeld und trugen 14,4 Milliarden Franken zum Erfolg bei. Auf Zinserträge entfielen weitere 6,8 Milliarden Franken und 2,5 Milliarden Franken auf Dividendenerträge. Auf Zinspapieren resultierte hingegen ein Kursverlust von 4,0 Milliarden Franken.

Positiv schlägt sich der höhere Goldpreis in den Zahlen nieder. Auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand resultierte ein Bewertungsgewinn von 2,3 Milliarden Franken. Gold wurde per Ende September 2017 zu 40'071 Franken pro Kilo gehandelt. Ende 2016 lag der Goldpreis noch bei 37'885 Franken.

Die von der SNB erhobenen Negativzinsen auf Girokontenguthaben waren im Wesentlichen dafür verantwortlich, dass der Gewinn auf den Frankenpositionen per Ende September auf 1,5 Milliarden Franken anstieg.

Nur bedingt Rückschlüsse auf Jahresergebnis

Das Ergebnis der SNB ist überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis seien nur bedingt möglich, schreibt die SNB.

Im zweiten Quartal 2017 hatte die SNB einen Verlust von 6,7 Milliarden Franken erlitten. Hauptgrund dafür waren Einbussen auf den Dollarbeständen. Aufgrund des hohen Gewinns von rund 7,9 Milliarden Franken im ersten Quartal resultiert zum Halbjahr dennoch ein Plus von 1,2 Milliarden Franken.

Trotz des starken Ergebnisses im dritten Quartal können die Aktionäre allerdings nicht mit einer höheren Dividende rechnen. Die Gewinnausschüttungen an die öffentliche Hand für 2016 bis 2020 ist auf maximal 2 Milliarden Franken pro Jahr gedeckelt worden. Die Zuweisung für das laufende Geschäftsjahr wird Ende Jahr festgelegt.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Das zeigt lediglich, dass die Wirtschaft alles andere als stabil und gesund ist, sondern auf einem schmalen Grat läuft, wo ein kleiner Fehltritt ausreicht, dass alles abstürzt.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Wenn eine CH-Firma Umsatz+Gewinn trotz hoher Währung erwirtschaftet, so hat sie einen hohen Realwert. Wenn eine ausl. Firma bei sinkender heimischer Währung wirtschaftet, so hat sie einen tiefen Realwert. Logisch! Wenn aber die SNB bei sinkender heim. Währung Buchungsgewinne? macht, so ist das surreal. Solche Gewinne gehören in einen Zukunftsfond, nicht aber den Kantonen zum „verplämpern“. Der Zukunftsfond gehört den zukünftigen Generationen für schwere Zeiten u. zur Rentensicherung! An die SVP!
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  • Kommentar von Benedikt Jorns (Benedikt Jorns)
    Ein 761 Milliarden Franken schweres Devisenportfolio ist im weltweiten Vergleich unglaublich gross. Zurzeit profitieren wir davon sehr stark. Es könnte jedoch in ökonomisch schlechten Zeiten auch grosse Verluste geben. Unsere Nationalbank sollte gemäss den weltweit bekannten Ökonomen anders vorgehen. Sie sollte unsere sich im Umlauf befindende Geldmenge so steuern, dass sich eine Inflationsrate von 1,5 - 2% ergibt. Ein Fond für die langfristige Erhaltung unserer Infrastruktur wäre ideal hierfür.
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    1. Antwort von Felix Bosshardt (fbosshardt)
      Völlig richtig und dass unsere NB in Facebook investiert ist und einen grösseren Anteil als Mark Zuckerberg hält, sollte uns eigentlich Bauchschmerzen bereiten. Dieses Tatsache wurde hier auf SRF vor kurzem publik gemacht. Für mich ist das ein hochriskantes Anlegen.
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