Rechtsstreit verhagelt Sonova den Abschluss

Der Hörgerätehersteller Sonova hat 2012 nur halb so viel Gewinn erzielt wie im Jahr zuvor. Der Grund: Das Unternehmen hat 250 Millionen Franken für drohende Klagen zur Seite gelegt. Die Anleger goutierten das Jahresergebnis nicht: Die Aktien tauchten an der Börse.

Ein Sonova-Mitarbeiter überprüft ein Hörgerät.

Bildlegende: Die Sonova-Gruppe ist auf Hörsysteme spezialisiert und in über 90 Ländern vertreten. Reuters

Rückstellungen für US-Klagen haben dem Schweizer Hörgerätehersteller Sonova den Abschluss des Geschäftsjahres 2012/13 gedrückt. Der Gewinn des Weltmarktführers brach um 54,5 Prozent auf 112 Millionen Franken ein. Der Umsatz wuchs dagegen um 10,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Franken.

Im April hatte Sonova weitere 198 Millionen Franken zurückgestellt, um sich gegen Schadenersatzansprüche in Zusammenhang mit fehlerhaften Innenohrimplantaten zu wappnen. Zuvor hatte ein US-Gericht einer Klägerin einen unerwartet hohen Schadenersatz von 7,25 Millionen Dollar zugesprochen. Gegen das Urteil will Sonova Berufung einlegen. Insgesamt belaufen sich die Rückstellungen für Klagen in Zusammenhang mit den Implantaten auf 250 Millionen Franken. Trotzdem will Sonova die Dividende um ein Drittel anheben.


Die Anleger hatten grosse Erwartungen in Sonova.

2:02 min, aus SRF 4 News aktuell vom 21.05.2013

Das enttäuschende Jahresergebnis hat die Aktien von Sonova auf Talfahrt
geschickt. Der Kurs sagte zeitweise um über 4 Prozent ab. Bei Handelsschluss stand die Aktie 1,1 Prozent unter dem Freitagsschlusskurs. Bereits nach dem Schadenersatz-Urteil am 17. April in den USA gerieten die Sonova-Aktien unter Druck. Der Kurs fiel zwischenzeitlich unter die 100-Franken-Marke (-12,5 Prozent). Im Jahresverlauf resultierte ein Minus von 5 Prozent.