Reisen zu Olympia nach Sotschi: Das Geschäft läuft

In 100 Tagen beginnen die olympischen Winterspiele in Sotschi. Die russische Stadt am Schwarzen Meer ist in der Schweiz wenig bekannt. Trotzdem sind bislang recht viele Tickets und Reisen verkauft worden.

Werbeplakat für die olympischen Winterspiele auf dem Flughafen von Sotschi mit einem Skispringer

Bildlegende: Werbeplakat für die olympischen Winterspiele auf dem Flughafen von Sotschi. Keystone/Archiv

Die olympischen Winterspiele in Sotschi werden nicht so erfolgreich wie die letzten in Vancouver, das war für den Geschäftsleiter von Globetrotter schon von Anfang an klar. Russland sei halt nicht so einfach zu bereisen sagt Dany Gehrig: «Wir sind sehr zufrieden. Wir haben bis heute rund zwei Drittel der Tickets verkauft, die wir für Vancouver verkauft haben.» Das sei keine schlechte Bilanz.

Kritik an den Arbeitsbedingungen

Ein Grund dafür sei sicher, dass viele Fans so oder so an die Spiele reisen würden, unabhängig vom Ort. Allerdings war die Kritik im Vorfeld nicht förderlich gewesen für den Verkauf. Bemängelt worden waren unter anderem die schlechten Arbeitsbedingungen der Wanderarbeiter. Für Globetrotter selber sei wegen diesen Vorfällen die Option Aussteigen nie in Frage gekommen. «Wir haben einen langjährigen Vertrag abgeschlossen. Diese Punkte kommen jeweils erst im Laufe des Projekts zum Vorschein», sagt Gehrig.

Fokus auf Sportreisen gelegt

Vor ein paar Jahren habe man bei Globetrotter den strategischen Entscheid gefällt, sich auf Sportreisen zu spezialisieren. Anders bei den anderen grossen Reiseunternehmen in der Schweiz. Sie bieten keine Tickets oder Packages mit Flug und Hotel an die olympischen Spiele an. Bei Hotelplan heisst es, man verkaufe grundsätzlich keine Reisen nach Sotschi. Dies sei ein strategischer Entscheid. So tönt es auch bei Kuoni. «Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das nicht rentiert», sagt Peter Brun von Kuoni.

Tui Suisse hat sich ebenfalls schon lange aus dem Bereich Sportreisen zurückgezogen. «Es gibt jeweils viele Änderungen, Umbuchungen, da muss man spezialisiert sein», sagt Roland Schmid.

Gute Resultate kurbeln den Verkauf an

Bleibt also noch Globetrotter. Der Verkauf nehme nun zu, weil der Winter nahe und damit die richtige Stimmung für die olympischen Winterspiele aufkomme, sagt Geschäftsleiter Gehrig.

«Der Winter kommt nun langsam, und dadurch auch die Stimmung für die Winterspiele in Sotschi. Resultate wie der Sieg von Lara Gut im Skifahren helfen natürlich, die Leute nach Sotschi zu bringen.» Er rechnet damit, dass der Ticketverkauf am Schluss etwa drei Viertel desjenigen von vor vier Jahren nach Vancouver ausmachen werde. Trotz schwieriger Destination und Kritik im Vorfeld.