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Wirtschaft Roche streicht 1200 Stellen im Ausland

Der Basler Pharmakonzern Roche mischt die Karten neu. Im Rahmen einer Restrukturierung werden 1200 Stellen an vier Produktionsstandorten im Ausland gestrichen. Im Gegenzug investiert Roche in eine Fabrik in Kaiseraugst (AG). Hier sollen neue Produktionstechnologien angesiedelt werden.

Roche-Firenloga an Gebäude
Legende: Schweizer Standorte sind vom Stellenabbau nicht betroffen. Reuters

Roche baut sein Produktionsnetzwerk um und will sich von vier Werken trennen. In den betreffenden Fabriken des Pharmakonzerns in Irland, Spanien, Italien und den USA arbeiten derzeit rund 1'200 Menschen. Die Restrukturierungskosten werden auf 1,6 Milliarden Franken veranschlagt. Auf der anderen Seite sind Investitionen zum Ausbau der Produktionsstätten in Kaiseraugst geplant.

Hintergrund der Massnahmen sei die geringe Auslastung des Produktionsnetzwerkes für kleine Moleküle, wie das Unternehmen mitteilt. Eine neue Generation von Medikamenten erfordere neuartige Produktionstechnologien. Diese will der Pharmahersteller in einer Fabrik in Kaiseraugst (AG) ansiedeln, wozu 300 Millionen Franken investieren werden. Hier ist der Ausbau der technischen Entwicklungs- und Lancierungskapazitäten für spezialisierte Medikamente geplant.

1200 Mitarbeiter betroffen in Irland, Spanien, Italien, USA

Bei den Fabriken, die nicht mehr benötigt werden, handelt es sich um jene in Clarecastle (Irland), Leganés (Spanien), Segrate (Italien) und Florence (USA). In diesen werden gemäss den Angaben gegenwärtig 1'200 Mitarbeitende beschäftigt. Um Arbeitsplatzverluste zu minimieren, suche man nach externen Herstellern, an welche diese Produktionsstätten verkauft werden könnten, heisst es in der Mitteilung weiter.

Roche-Produktionsbetrieb in Kaiseraugst (AG).
Legende: Hier wird dafür investiert und ausgebaut: im Roche-Produktionsbetrieb in Kaiseraugst (AG). Keystone

«Wir sind uns der Auswirkungen bewusst, die diese Entscheidung auf unsere Mitarbeitenden hat, und wir werden sie während dieses Übergangs mit allen Kräften unterstützen», wird Daniel O'Day, COO der Division Pharma zitiert.

Das Unternehmen werde unverzüglich Gespräche mit Arbeitnehmervertretern in den jeweiligen Ländern beginnen und die Konsultationen in offener und sozial verantwortlicher Weise führen, heisst es weiter. Die Übergangsphase werde 2016 beginnen und voraussichtlich 2021 abgeschlossen.

Restrukturierungskosten von 1,6 Milliarden Franken

Die Trennung von den Produktionsstätten wird laut Roche bis 2021 zu direkten Restrukturierungskosten von 1,6 Milliarden Franken führen, davon bis zu 600 Millionen Franken in bar. Darunter fallen auch weitere Massnahmen zur Effizienzsteigerung des Produktionsnetzwerkes und der Organisation.

Die geschätzten direkten Kosten für 2015 liegen laut Roche bei bis zu 800 Millionen Franken, wobei jedoch 2015 nur geringfügige Auswirkungen auf den Geldfluss zu erwarten seien.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Es ist also auch Stellenstreichung in genau jenen EU-Ländern, wo die Stellen also fehlen. Das sagt sehr viel aus, was die PFZ innerhalb der EU auch zur Folge hat. Die EU wird sich eines Tages vorhalten lassen müssen, dass ihre "(Schein-)Werte" sich genau ins Gegenteil dessen verkehrt haben, was sie eigentlich hätten bewirken müssen. - Also dümmer geht's eigentlich gar nicht mehr. Die grossen, starken und Mächtigen EU-Länder werden auf Kosten der Schwächeren auch noch gestärkt.
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