Fluggesellschaft vor dem Aus Rom will Alitalia Zeit erkaufen mit Brückenkredit

Die Regierung wird bei der EU um die Genehmigung eines Darlehens in der Höhe von bis zu 400 Millionen Euro bitten.

Video «Alitalia in der Krise» abspielen

Alitalia in der Krise

1:41 min, aus Tagesschau vom 25.4.2017

  • Die italienische Regierung will die angeschlagene Fluglinie Alitalia mit einem Brückenkredit stützen.
  • Die Regierung in Rom werde demnach bei der Europäischen Union um die Genehmigung eines Darlehens im Volumen von 300 bis 400 Millionen Euro bitten. Das teilte der italienische Industrieminister Carlo Calenda am Mittwoch dem Sender Radio 24 mit.
  • Mit dem Brückenkredit will Rom der Fluggesellschaft Zeit verschaffen, bis ein Käufer für das Unternehmen gefunden ist.

Eine Verstaatlichung der ehemaligen Staatslinie schloss der Verkehrsminister Graziano Delrio aus. «Das Unternehmen wird an den besten Bieter verkauft», sagte Delrio der Zeitung «La Stampa».

Alitalia ist seit Jahren in Schwierigkeiten und steht erneut kurz vor der Pleite. Diese Woche hatten die Mitarbeiter einen Sanierungsplan, der drastische Sparmassnahmen beinhaltet, in einem Referendum abgelehnt. Es wird erwartet, dass nun ein Insolvenzverwalter bestellt wird. Das Unternehmen hat weltweit rund 12'500 Mitarbeiter.

Mit Abstand grösster Aktionär bei Alitalia ist die arabische Airline Etihad. Lufthansa wollte sich zu den seit Tagen zirkulierenden Spekulationen über eine mögliche Übernahme nicht äussern.