Rückschlag für Nestlé im Nudelland Indien

Der Nahrungsmittelkonzern muss in Indien seine populären Instant-Nudeln aus dem Handel nehmen. Grund sind Berichte von indischen Kontrolleuren, die den Nudeln zu hohe Bleikonzentrationen bescheinigen. Der Lebensmittelkonzern hält dagegen. Es geht um viel Geld.

Hinter dem kleinen Feuer sieht man ein Protestplakat.

Bildlegende: Maggi-Nudeln werden in Indien auf offener Strasse verbrannt. Keystone

Nestlé kämpft mit Problemen in Indien. Die dort sehr beliebten Nudeln von Maggi sorgen für Aufsehen. Es steht Aussage gegen Aussage: Während indische Lebensmittel-Kontrolleure von hohen Blei-Konzentrationen bei den Instant-Nudeln berichten, verweist Nestlé auf interne und externe Tests, die das Gegenteil beweisen sollen.

Nestlé gibt sich optimistisch

Nestlé-Chef Paul Bulcke verlangt deswegen Einsicht in die Untersuchungen der indischen Kontrolleure. «Wir sind ein Unternehmen, das vom Vertrauen der Konsumenten lebt», so Bulcke. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bald wieder auf dem Markt sind.»


Lebensmittelskandel um Nestlé in Indien

7:12 min, aus Echo der Zeit vom 05.06.2015

Bis es soweit ist, muss der Lebensmittelkonzern allerdings noch zuwarten: In der Hauptstadt Neu-Delhi wurde der Verkauf der Nudeln für 15 Tage untersagt, in mindestens sechs Bundesstaaten ist er derzeit verboten.

Jährlicher Umsatz von mehr als 200 Millionen Franken

Nun soll die Situation geklärt werden. Denn für Nestlé sind die Nudeln ein wichtiges Standbein: Der Umsatz beträgt zwischen 15 bis 20 Prozent des Nestlé-Gesamtumsatzes in Indien. Jährlich bringen sie rund 15 Milliarden Rupien (etwa 220 Millionen Franken) ein.

Die Packungen werden für umgerechnet 19 Rappen angeboten und sind landesweit an nahezu jeder Strassenecke zu haben. Sie sind besonders bei Schülern und Studenten beliebt.