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Marktbereinigung bei Airlines Ryanair fühlt sich durch die deutsche Regierung benachteiligt

Legende: Audio Wird die Lufthansa bevorzugt behandelt? abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
01:45 min, aus HeuteMorgen vom 16.08.2017.
  • Auch nach dem Konkurs der Billig-Fluglinie Air Berlin kommen viele ihrer Landerechte und Verbindungen nicht auf den freien Markt.
  • Die Lufthansa springt offenbar in die Lücke. Das ist auch im Sinn der deutschen Regierung.
  • Die irische Fluggesellschaft Ryanair fühlt sich dadurch ungerecht behandelt.

Dass die deutsche Regierung der insolventen Air Berlin unter die Arme greift, passt nicht allen. Die Billig-Airline Ryanair unterstellt Deutschland, die Konkurrenz zugunsten der Lufthansa auszusperren.

Ein Grounding der Air Berlin und der dazugehörigen Tochterfirmen wäre für Kunden und Mitarbeitende schlimm gewesen. Dies wollte die deutsche Regierung verhindern.

Verhandlungen schon fortgeschritten

Deshalb hat sie der serbelnden Airline unter die Arme gegriffen. Und auch, weil die Verhandlungen zur Übernahme von Unternehmensteilen weit fortgeschritten seien, wie gestern zu vernehmen war. Diese Verhandlungen wären durch einen Konkurs unterbrochen worden.

Es ist in der Branche ein offenes Geheimnis, dass die deutsche Lufthansa bereit ist über ihre Tochterfirma Eurowings einen Teil der Air Berlin aufzufangen. Und dies dürfte auch durchaus im Sinne einer Bundesregierung sein, die im Wahlkampf ist. Dass sich Konkurrentin Ryanair daran stört, ist nachvollziehbar.

Wird die Lufthansa ein Monopolist?

Bei einem Konkurs von Air Berlin, der zweitgrössten deutschen Airline, wären viele Landerechte und Verbindungen plötzlich relativ frei auf den Markt gekommen. Andere Fluggesellschaften hätten sich darum bewerben können. Schnappt die Lufthansa, wie die irische Billigfluglinie Ryanair suggeriert, die Filetstücke weg, bleiben den Konkurrenten einerseits bloss die unrentablen Destinationen.

Andererseits könnte sich die Lufthansa, die grösste deutsche Fluggesellschaft, im deutschsprachigen Luftraum zu einem Monopolisten aufschwingen, befürchtet Ryanair. Dies stellte der deutsche Verkehrsminister Dobrint gestern zwar in Abrede.

Doch auch die europäischen Wettbewerbsbehörden dürften hier noch genau hinschauen. Der Streit zeigt: Der Kampf um die attraktiven Unternehmensteile der Air Berlin hat erst gerade begonnen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Frank Achterkamp (Frank Achterkamp)
    Eigentlich ist noch überhaupt nicht klar, wie die ganze Geschichte ausgeht. Am Ende könnte nämlich auch gerade Ryanair davon profitieren, dass Air Berlin gestützt wurde. Denn was hier außer Acht gelassen wird ist die Macht der Monopol- und Kartellbehörden und die Unabhängigkeit der Gerichte. Und Ryanair könnte ja mitbieten anstatt nur zu meckern. Darüber hinaus ist es gruselig, wie man hier oft dem Deutschlandbashing zuneigt. Wer 1/5 der EU finanziert, handelt nicht nur egoistisch!
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  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Dazu nur eine Frage: Wieso muss sich jetzt da die Politik wieder einmischen??
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Besser die Politik mischt sich ein, um mit 0,.. Milliarden einen wichtigen Infrastrukturbetrieb und seine internationalen Rechte zu retten, als fuer eine Bank im Ausland gestaendig bandenkrimineller Baenkster 70 Milliarden Franken Volksvermoegen zu riskieren....
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  • Kommentar von Benjamin Thiel (BThiel)
    Wie groß der Wirtschaftlicheschaden wäre, wenn die deutschen Urlauber Tage oder Wochen auf Rückflüge warten müssten weil alle Flieger voll sind? Die beiden Schäden gegeneinander abgewogen und pragmatisch entschieden. So haben auch die Angestellten ein Chance. Und die 150 Mio fließen wohl wieder aus der Konkursmasse zurück. Die MALEV sollte gerettet werden, die AirBerlin wird 3 Monate überbrückt um die gebuchten Flüge sicher zustellen, das ist ein erheblicher Unterschied. Äpfel und Birnen!
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