Sauer wegen süsser Geschäfte: Kanada verklagt Nestlé

Schokoladenfirmen wie Nestlé und Mars stehen in Kanada unter dem Verdacht, Preise abgesprochen zu haben. Diesen Vorwurf erhebt die Kartellbehörde in Ottawa und stellte Strafantrag. Die Unternehmen selbst wiesen die Anschuldigungen zurück.

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Bildlegende: Im Visier der kanadischen Wettbewerbsschützer: Nestlé soll gegen das Kartellrecht verstossen haben. Reuters/Archiv

Nestlé und Mars kündigten an, sich gegen die Anschuldigungen zur Wehr zu setzen. Canada erklärte, sich energisch verteidigen zu wollen.

Nestlé, Mars und der Grosshandelsverbund ITWAL müssten mit einer Busse von bis zu zehn Millionen kanadischen Dollar rechnen, so die Behörden. 

«Preisabsprachen sind eine schwerwiegende kriminelle Tat und die heutigen Anklagen zeigen die Entschlossenheit der Untersuchungsbehörden, Kartellaktivitäten in Kanada zu unterbinden», wird der Direktor des Wettbewerbsbüros, John Pecman, zitiert.

Bis zu drei Jahre Haft

Die Behörde hat zudem Anklagen gegen zwei ehemalige leitende Angestellte von Nestlé und gegen den Geschäftsführer von ITWAL eingereicht. Neben einer Busse riskierten die drei Angeklagten eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

Das Amt stützt sich bei den Vorwürfen vor allem auf einen Kronzeugen: den US-Süsswaren-Konzern Hershey's. Im Gegenzug kann dieser damit rechnen, ohne Strafe davonzukommen. Hershey werde sich am 21. Juni schuldig bekennen, hiess es.