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Schwankender Kurs Mehr Tempo bei Bitcoin-Regulierung gefordert

Schweizer Finanzpolitiker wollen bei der Schaffung von Regeln für Kryptowährungen aufs Gaspedal drücken.

Legende: Video Schwankender Bitcoinkurs abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.12.2017.

Der Bitcoin schwächelt: Vor einer Woche kostete ein Bitcoin noch 20'000 Dollar. Seither geht es abwärts. Am Freitag war der Kurs um fast 40 Prozent eingebrochen. Danach erholte er sich zwar etwas, doch das Wochenminus beträgt knapp 20 Prozent.

Handfeste Gründe für die Kursschwankungen gab es nicht.
Autor: Jens KorteBörsenexperte SRF

«So richtig handfeste Gründe für die Kursschwankungen gab es nicht», sagt SRF-Börsenexperte Jens Korte. Während der Woche sei aber spekuliert worden, dass die Regierungen in China oder Südkorea die Bitcoins verbieten könnten, und dass die amerikanische Börsenaufsicht einen näheren Blick auf die Kryptowährung werfen wolle.

Bundesrat sieht Handlungsbedarf

Auch in der Schweiz wollen Finanzpolitiker die Regulierungsschraube anziehen. Der Bundesrat sagte schon im September: «Die aktuelle Herausforderung mit Blick auf die Begrenzung von Missbrauchsrisiken liegt in der Schaffung klarer und möglichst einfacher regulatorischer Vorgaben.»

Als Gesetzgeber sind wir gefragt, rasch Massnahmen zu ergreifen.
Autor: Hannes GermannPräsident Finanzkommission Ständerat

Hannes Germann, Präsident der Finanzkommission des Ständerates, will das Thema möglichst bald wieder auf die Traktandenliste setzen. Zwar wolle niemand den «Partycrasher» spielen und den Traum vom schnellen Geld zerstören, so Germann. «Auf der anderen Seite sind wir als Gesetzgeber und als verantwortliche Politiker gefragt, rasch Massnahmen zu ergreifen.»

Regulierung zur Verhinderung von Geldwäscherei?

Gefahren bestünden nämlich nicht nur für den einzelnen Anleger, sondern auch für den Finanzplatz, sagt Germann. Man müsse die Auswirkungen auf den Franken gut im Auge behalten. «Der Bitcoin ermöglicht Zahlungen rund um die Welt mit grosser Anonymität. Dadurch laufen wir Gefahr, unsere bewährte Geldwäscherei-Gesetzgebung, die strengste weltweit, ausser Kraft zu setzen und alle Anstrengungen für einen sauberen Finanzplatz zu unterlaufen», so Germann.

Vor wenigen Tagen kündigte zudem das Eidgenössische Finanzdepartement die Schaffung einer Taskforce zum Thema an. Ausserdem sind verschiedene parlamentarische Vorstösse hängig. Die Regulierung der Kryptowährungen ist wohl nur eine Frage der Zeit – falls die Kurse nicht vorher abstürzen.

11 Kommentare

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  • Kommentar von u. Felber (Keule)
    Es ist wie so oft mit einer neuen Technologie: der Start ist turbulent, holprig und wird mit exzessiven Verlusten einhergehen. Irgendwann ist es aber durchaus möglich, dass daraus unsere Digitalwährung entsteht, der Weg dahin ist allerdings gefährlich.
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Edelsteine und Edelmetalle haben den Tauschhandel abgelöst, Papiergeld hat wiederum das Gold ersetzt und nun ersetzt die digitale Währung das Papiergeld. Eine völlig logische Entwicklung welche kaum aufzuhalten sein wird. Alle Befürchtungen, welche ein paar Kommentatoren ins Feld führen, treffen auch auf das Papiergeld zu, ausserdem verbraucht Facebook und Co. auch sehr viel Strom! Die heutigen Währungen, welche willkürlich und dezentral aus dem Nichts geschöpft werden, sind bald von gestern!
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    1. Antwort von u. Felber (Keule)
      irgendwann wird diese Währung abgelöst, irgendwann. Evtl nach einem weiteren, grossen Krieg wenn keiner mehr was zu verlieren hat.
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  • Kommentar von Claudio Darms (darms)
    „Auf der anderen Seite sind wir als Gesetzgeber und als verantwortliche Politiker gefragt, rasch Massnahmen zu ergreifen“, meint Germann. Wie lange gibt es den Bitcoin? 6 Jahre? 7 Jahre? „Rasch“ ist halt ein sehr relativer Begriff... ;-)
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