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SNB-Präsident zum Dollar «Ein schwächerer Dollar hat eine grosse Wirkung»

Am WEF betont Jordan die gute Zusammenarbeit mit den USA – obwohl diese sich stark an der Schweizer Geldpolitik reibt.

Legende: Video Schwacher US-Dollar abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.01.2018.

SRF News: Der Dollar ist seit Anfang Jahr im Verhältnis zum Franken um mehr als drei Rappen gefallen. Wie erklären Sie sich die aktuelle Dollarschwäche?

Thomas Jordan: Es ist schwierig, hier einen genauen Grund zu nennen. Die Wirtschaftslage in Amerika ist weiterhin sehr gut, die Zinsen sind höher als in anderen Regionen.

Die Märkte haben oft Bewegungen, die schwierig zu erklären sind.

Schwankungen gibt es natürlich immer. Die Märkte haben oft Bewegungen, die schwierig zu erklären sind. Ich gehe davon aus, dass es auch wieder Korrekturen geben wird. Man sollte sich da nicht zu viele Sorgen machen – das kann sich von Tag zu Tag auch wieder ändern.

Welche Auswirkungen hat die Dollarschwäche auf die Schweizer Wirtschaft?

Die USA sind ein wichtiges Exportland für die Schweiz, die gute Wirtschaft in Amerika ist im Moment ein Vorteil für uns. Der Dollar hat zudem noch eine grössere Bedeutung, er ist nicht nur die Währung für den Export nach Amerika, denn sehr viele Exporte nach Asien sind auch in Dollar denominiert. Daher hat der Dollar eine grosse Wirkung und wenn er etwas schwächer ist, wird es für die Exportwirtschaft eher schwieriger.

Aber die aktuelle Kursentwicklung macht Ihnen keine Sorge?

Wir müssen ja immer auf die gesamte Wechselkurssituation schauen. In letzter Zeit gab es eine bessere Entwicklung beim Euro, jetzt geht es beim Dollar etwas in die andere Richtung. Wenn wir das mit der Gesamtsituation vor einem Jahr vergleichen, geht es jetzt deutlich besser.

Wir schauen die Entwicklung des Dollars ganz genau an.

Und wie gesagt: Wir schauen die Entwicklung des Dollars ganz genau an. Unsere Geldpolitik ist ja weiterhin darauf ausgerichtet, den Druck vom Franken zu nehmen. Deshalb haben wir die Negativzinsen und die Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren.

Aber diese Interventionen sind stark umstritten. Sie sind im Kreuzfeuer der USA, die die Schweiz wegen der Interventionen auf eine «graue Liste» gesetzt haben. Irritiert Sie das?

Wir sind in einem sehr guten Dialog mit den Amerikanern und haben ein sehr gutes Verhältnis zur US-Administration und zur amerikanischen Zentralbank. Wir müssen immer wieder die spezielle Situation der Schweiz erklären: ein kleines Land, eine Exportnation, gleichzeitig ein sicherer Hafen – das kann dazu führen, dass wir grosse Bewegungen beim Wechselkurs haben. Und wir müssen erklären, dass es nicht so ist, dass wir irgendwelche Vorteile mit den Interventionen oder mit der expansiven Geldpolitik herausgeholt hätten.

Sie haben hier am WEF auch amerikanische Vertreter getroffen. War die «graue Liste» dabei auch ein Thema?

Nein, das war kein Thema.

Das Gespräch führte Tobias Bossard.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von B Näf (uluru)
    Immer stehen irgendwelche Listen, auf welche die Schweiz kommen soll, im Vordergrund. Wo bitte ist Guantanamo und wo sind die Delaware Companies? Keep your own backyard clean first.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Da muss ich mal schmunzeln -- Und wir müssen erklären, sagt Jordan, dass es nicht so ist, dass wir irgendwelche Vorteile mit den Interventionen oder mit der expansiven Geldpolitik herausgeholt hätten. Die 50 Milliarden Gewinn die die SNB machte, sind ja nur Taschengeld für den Herrn Jordan -daran reiben sich die USA - das ist auch zu verstehen - ich reibe mich schon lange am NULL-ZINS für mein Spargeld Herr Jordan -Trump wird die Zahl 50 auch kennen , da könnte ich wetten drauf .
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    1. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Entschuldigung, aber da fehlt es ein bisschen an Klarsicht. Der Franken ist eben nicht wie z.B. der Bitcoin ausschliesslich ein Spielball der Grossspekulanten und der Milliardäre, die damit sehr viel Geld aus den Taschen der Kleinspekulanten ziehen wollen. Der Franken soll Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel bleiben und deshalb muss Herr Jordan den Spekulanten Paroli bieten und die (Papier) Gewinne / Verluste sind eine Folge davon. Oder hätten sie lieber auch diese gigantischen Schwankungen?
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    2. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Herr Dupont : Ich hätte als Steuerzahler und Sparer ein Anrecht auf mindestens 3% Sparzins auf längerfristige Spareinlagen und nicht NULL. Denn mit diesen Spareinlagen der Sparer arbeiten die Banken im Schlepptau der SNB und erzielen Milliardengewinne ! Ich als Sparer verliere täglich an Kaufkraft - bis zum Rentenalter tausende Franken ! Einen so einseitigen Deal finden Sie also korrekt und gut ? Da sage ich mit Trump - Eigen-AG zuerst ! So geht Fairnis nicht ihr Geldfürsten !
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Wieso ist der Dollar schwach? Vielleicht weil Amerika ein Enormes Handelsdefizit hat und mit dem der Dollarschwächung hofft mehr zu Exportieren?
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    1. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Steuersenkungen -> weniger Steuereinnahmen -> mehr Geld drucken -> Geldmenge wächst schneller als US Wirtschaftsleistung -> Inflation -> Dollar ist weniger wert. Eine Alternative ist auch: Statt dass die USA mehr Geld drucken, nehmen Sie Kapital am int. Kapitalmarkt auf -> Nachfrage nach dem Dollar steigt->der Wert des Dollars steigt. Und was das Handelsbilanzdefizit betrifft ist dies auch Ursache, warum eine Währung fällt und z.B. der Franken steigt. Auch Spekulanten haben sehr grossen Einfluss
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Es wäre eine logisch klingende Erklärung, aber da die momentane Baisse in eine Zeit fällt wo Fr. Jellen als einige der letzten Amtshandlungen die Zinsen in mindestens 2 Schritten erhöht hat, würde man das von der Geldpolitik her nicht erwarten. Genau wie Hr. Jordan das im Interview erklärt. Die USA haben die Zügel gestrafft und man würde eine Stärkung erwarten, stattdessen gibt er nach. Deshalb hat er auch gesagt "schwierig zu erklären".
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