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Wirtschaft SNB setzt weiter auf Negativzinsen

Die Schweizerische Nationalbank SNB will nicht von ihrer Geldpolitik abrücken. Dies trotz Konjunktureinbruch und anhaltender Franken-Überbewertung. Sollte allerdings Griechenland aus der Eurozone heraus brechen, behalten sich die Währungshüter weitere Anpassungen vor.

Legende: Video Alles beim Alten bei der SNB abspielen. Laufzeit 3:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.06.2015.

Trotz Konjunktureinbruch und anhaltender Franken-Überbewertung hält die Schweizerische Nationalbank (SNB) unverändert an ihrer Geldpolitik fest.

Insgesamt sei der Franken weiterhin «deutlich überbewertet», kommentierte die SNB ihren Entscheid anlässlich einer Medienkonferenz. Sie bleibe deshalb «bei Bedarf» am Devisenmarkt aktiv, bekräftigte die Bank ihre Geldpolitik, die seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar gilt. Dieser Bedarf könnte sich schon bald ergeben, sollte Griechenland tatsächlich aus der europäischen Währungsunion ausscheiden.

Weitere Zinssenkungen nicht ganz vom Tisch

Ökonomen hatten dieses Mal mit keinem Kurswechsel gerechnet. Denn womöglich wollten sich die Schweizer Notenbanker die Option einer weiteren Zinssenkung für eine Eskalation der Griechenlandkrise vorbehalten.

Falls es – wie immer stärker befürchtet – tatsächlich zu einem sogenannten Grexit, also dem Austritt des südeuropäischen Landes aus dem Euro, kommt, sind grössere Devisenzuflüsse in den «sicheren Hafen» Schweiz zu erwarten.

In einem solchen Fall könnte sich die SNB gezwungen sehen, zu reagieren. In diese Richtung weisen auch Aussagen des SNB-Präsidenten Thomas Jordan in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC.

«Gegenwärtig sind wir zufrieden mit minus 75 Basispunkten. Wir verfolgen die Entwicklung und den Einfluss der Negativzinsen und werden diesen Einfluss auch in der Zukunft evaluieren», sagte Jordan weiter. Die Notenbank hatte die Negativzinsen eingeführt, um den Zustrom von Geld in den Franken zu bremsen.

Gegenwärtig aber soll das Zielband für den Drei-Monats-Libor weiterhin -0,25 bis -1,25 Prozent betragen. Beim Negativzins von -0,75 Prozent auf Giroguthaben gelten weiterhin die gleichen Freibeträge, mit denen gewisse Anlagen verschont werden.

Negativzinsen offenbar wirksam

Sechs Monate nach der Einführung der Negativzinsen zieht die Nationalbank zudem eine positive Bilanz. Es habe sich gezeigt, dass das Zinsinstrument auch im negativen Bereich wirksam seit. Der Negativzins erfülle aktuell einen sehr wichtigen geldpolitischen Zweck und sollte zur Abschwächung des Frankens führen.

«Wie beabsichtigt hat sich der Negativzins vom Geldmarkt auf den Kapitalmarkt übertragen», sagte Fritz Zurbrügg. Laut dem SNB-Direktoriumsmitglied ist die Handelsaktivität am Geldmarkt zwar nach wie vor tiefer als vor der Finanzkrise, sie habe sich aber etwas belebt.

Inländische Teuerung im grünen Bereich

Für den Rückgang der Inflation in der Schweiz seit der Aufhebung des Mindestkurses sind nach Ansicht der SNB vor allem die Preise von importierten Gütern verantwortlich.

Die inländische Teuerung liege dagegen immer noch im positiven Bereich. Ein anhaltender Preisrückgang oder gar eine deflationäre Spirale sei indes aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, erklärte SNB-Chef Thomas Jordan.

Hingegen sei man sich bewusst, dass die aktuelle Wechselkurssituation für die Exporteure, den Tourismus sowie Branchen, die der Importkonkurrenz stark ausgesetzt sind, eine schwere Belastung darstelle. Eine gewisse Durststrecke für die Schweizer Wirtschaft sei jedoch «unvermeidbar», fügte der SNB-Chef an. Die Währungshüter seien aber überzeugt, dass die gegenwärtige Geldpolitik auf lange Sicht dem Gesamtinteresse der Schweiz am meisten dient.

Der Euro notierte zuletzt bei knapp 1,05 Franken und damit auf einem ähnlichen Stand wie bei der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB im März. Die meisten Ökonomen bezweifeln darum, dass die SNB einen neuen Mindestkurs oder einen Währungskorb ohne grössere Probleme durchsetzen könnte.

Analyse gefordert

Der Bundesrat soll untersuchen, welche Folgen die Negativzinsen für Pensionskassen, Kleinsparer und Kantone haben. Der Ständerat hat ein entsprechendes Postulat von Pirmin Bischof (CVP/SO) überwiesen. Der Bundesrat hatte sich mit dem Auftrag einverstanden erklärt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Was muss der Büezer daraus lernen? So früh wie möglich mit seinem und Pensionskasse -Geld damit ein Geschäft anmelden, dann Gold kaufen und das Geschäft wieder abmelden. Oder in einen Hauskauf stecken und das Haus dann wieder verkaufen und Gold kaufen -aus die Maus der Fremdverwertung und Abzocke ! Hatte selbst nach 20 Jahren einzahlen nur 0,5% Zins im Schnitt, die PK -Verwalter haben damit das doppelte verdient ! Das ist der Rechtsstaat bei uns -lach mich platt . Und es wird noch dicker kommen!
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Der einzig richtige Entscheid ! So kann sie Millionen verdienen !
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Es ist Zeit, dass wir selber über die PK verfügen können. PK ist die lausigste Anlage meines Lebens! PK ist ein Mix aus der grösste organisierte Abzocke der Bürgerlichen Politiker mit ihrem Finanz-Filz und der Gier der Linken als Rentner pro Monat 2Fr. mehr zu haben. Wenn Linke und Rechte das Gleiche wollen, dann steht der Verlierer immer schon fest. Eigenverantwortliche Bürger sollten eine Möglichkeit bekommen, das PK Geld selber zu verwalten ohne Abzocke der Kassen. Diese Entmündigung STOP!
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    1. Antwort von Fr. Widmer, Münsingen
      3 Möglichkeiten, über sein eigenes PK-Geld zu verfügen: - Def. Abreise ins Ausland - Geschäftseröffnung und PK als Eigenkapital brauchen - Finanzierung der Hypothek eines Eigenheims mit PK
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    2. Antwort von Herbert Hegner, 8856 Tuggen
      Nach dem baldigen nächsten (finalen) Börsencrash wird die PK in dieser Form sowieso Geschichte sein. Leider auch die Träume, für welche wir ein Arbeitsleben lang eingezahlt haben.
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