Streik Nummer 13: Lufthansa bleibt erneut am Boden

Die Piloten der Lufthansa wollen wieder streiken: Vom Dienstagmorgen bis Mitternacht sollen in Deutschland keine Langstreckenflüge abheben. Die Lufthansa kündigt demgegenüber an, möglichst viele Passagiere auf andere Airlines umbuchen zu wollen.

Flugzeuge stehen in München auf dem Boden

Bildlegende: Dieses Bild droht sich zu wiederholen: Lufthansa-Flugzeuge in München anlässlich eines Streiks (September 2014). Keystone

Die Piloten der Lufthansa legen an diesem Dienstag die Arbeit nieder. Der Streik auf allen Langstreckenflügen aus Deutschland heraus beginnt um 8 Uhr morgens und dauert bis Mitternacht. Das teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit mit. Die Gewerkschaft hatte vergangene Woche die Gespräche mit der Lufthansa erneut für gescheitert erklärt.

Es ist der 13. Streik im laufenden Tarifkonflikt. Laut der Lufthansa haben die zwölf Streikrunden seit April 2014 dem Unternehmen mehr als 300 Millionen Euro Schaden zugefügt.

Lufthansa kommt für Kosten auf

Trotz des Streiks will die Lufthansa möglichst viele Passagiere ans Ziel bringen, teilte das Unternehmen mit. Entgegen der Drohungen der Pilotengewerkschaft werde ein Grossteil der Langstreckenflüge starten, erklärte ein Konzernsprecher. Dazu werde ein umfangreicher Sonderflugplan im Laufe des heutigen Tages veröffentlicht. Zudem sollten so viele Passagiere wie möglich auf andere Fluggesellschaften umgebucht werden, um sie doch noch ans Ziel zu bringen. Die entstehenden Mehrkosten muss die Lufthansa tragen.

Angst um Arbeitsplätze

Knackpunkt zwischen der Piloten-Gewerkschaft und der Lufthansa ist ein Streit um die Auslagerung von Arbeitsplätzen. Nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine im März kam vorübergehend Ruhe in den Konflikt und es gab verschiedene Lösungsversuche – der jüngste Anlauf, in dem die Piloten dem Konzern 500 Millionen Einsparungen anboten, scheiterte vorige Woche.

Grund für das Aus war aus Sicht der Pilotengewerkschaft der Umstand, dass die Lufthansa den Ausbau des Billigfliegers Eurowings im Ausland auch während der Gespräche nicht auf Eis legen wollte. «Die Verweigerungshaltung der Geschäftsleitung ist umso unverständlicher, als die weitreichenden Zugeständnisse des Cockpitpersonals in die Zeit eines prognostizierten Rekordergebnisses von mehr als 1,75 Milliarden Euro fallen», sagte Cockpit-Vorstand Markus Wahl.