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Wirtschaft Swiss-Chef Harry Hohmeister fliegt weiter

Sechs Jahre lang war der deutsche Manager Harry Hohmeister CEO der Swiss. Jetzt verlässt er die Schweiz. In der Konzernzentrale der Lufthansa-Group in Frankfurt übernimmt er die Verantwortung für Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss. Von ihrer Zukunft ist er trotz Billigkonkurrenz überzeugt.

Harry Hohmeister lächelt vor einem Swiss-Flugzeug.
Legende: Harry Hohmeister, CEO der Swiss Harry Hohmeister zieht Bilanz vor seinem Wechsel von der Swiss in die Lufthansa-Konzernzentrale. Keystone

Sein Einstieg ins Führungs-Cockpit der Swiss im Sommer 2009 war kein leichter. Die Finanz- und Wirtschaftskrise machte vielen Branchen zu schaffen, und Experten sprachen von der schwersten Luftfahrtkrise aller Zeiten. In so dramatischen Worten will Swiss-CEO Harry Hohmeister die Krise heute nicht mehr bezeichnen, aber die Führungscrew der Swiss sei schon gefordert gewesen, erinnert er sich.

Die Krise traf uns unvorbereitet, und am Anfang war uns die Dimension ihrer Auswirkung nicht bewusst.
Autor: Harry HohmeisterCEO der Swiss

Trotz der Krise schloss die Swiss 2009 noch mit Gewinn ab. Das hätten nicht alle geschafft. Der grosse Gewinneinbruch kam dann 2012. Die Treibstoffpreise stiegen und stiegen, die Swiss büsste die Hälfte ihres Gewinns ein.

Sparen und Effizienz waren angesagt. Die Swiss setzte unter anderem auf Technologiefortschritt: auf Flugzeuge, die weniger Treibstoff verbrauchen, und damit etwas unabhängiger sind vom Öl und seinen schwankenden Preisen.

80 Prozent der Mitarbeitenden der Swiss sind Schweizer

Als ob die Finanzkrise und die steigenden Ölpreise dem Swiss-Chef nicht schon genug Kopfzerbrechen bereitet hätten, da war auch noch die Konkurrenz der Billigflieger. Gegen Easyjet verlor die Swiss ihren Kampf, und gab in diesem Jahr den Standort Basel auf. Dieser Entscheid sei ihm sehr schwer gefallen, sagt Hohmeister.

Sorgen macht Hohmeister auch die Umsetzung der Masseinwanderungsinitiative. Zwar seien 80 Prozent der Swiss-Angestellten Schweizerinnen und Schweizer, aber ohne die 20 Prozent aus dem Ausland ginge es nicht. Er hofft, dass der Bundesrat eine Lösung findet, die auch von der EU akzeptiert wird.

Nationale Gefühle trotz Billigflieger

Die Zukunft des Fliegens sei billig, davon sind viele überzeugt. Harry Hohmeister hält dagegen. Selbstverständlich wolle auch der Lufthansa-Konzern jene Passagiere bedienen, denen der Preis ihres Flugtickets wichtiger sei, als welcher Markenname ihr Flugzeug ziere, zum Beispiel mit Eurowings. Aber Europa sei anders als zum Beispiel der Markt in den USA. In Europa hätten viele Leute eine emotionale Verbundenheit mit ihrer nationalen Airline, und deshalb würde es keinen Sinn machen, eine Swiss oder gar eine Lufthansa abzuschaffen.

Damit bekennt er sich klar zur Zukunft der Swiss. Allerdings fordert er von der Politik - in Brüssel und in Bern - ein ebenso klares Bekenntnis zu diesen Fluggesellschaften. Im Klartext: die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen oder erhalten, damit sich Milliardeninvestitionen der Airlines und die Schaffung von 700 neuen Arbeitsplätzen alleine bei der Swiss im nächsten Jahr auch lohne.

«Tagesgespräch»

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Mehr dazu im Tagesgespräch um 13:00 Uhr auf SRF 1 und SRF 4 News.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Z (TZ)
    Der gute Hohmeister soll mal schön tief fliegen. Ich fliege seit den Streiks keine Lufthansa mehr, es sei denn ich habe wirklich keine andere Wahl. Nationale Gefühle beim Fliegen - hat der Mann noch alle? Und alle Gesellschaften fliegen mit denselben Flugzeugen nur anderst bemalt. Da lachen ja die Hühner... Preis-Leistungsverhältnis zählt, Freundlichkeit, Pünktlichkeit und Kulanz und nicht Hinflug nicht genommen, Rückflug ungültig. Das soll mir nur einmal passieren - ist dann das letzte Mal.
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  • Kommentar von Walter Mathys (wmathy)
    Fliegen ist viel zu billig, das schleckt keine Geiss weg!! Muss mir doch niemand weissmachen, dass heute die Fluggeräte gleich gewartet werden wie zur Zeiten der Swissair.
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    1. Antwort von Thomas Z (TZ)
      Sagen Sie mal leben Sie eigentlich noch in unserer Zeit? Fliegen viel zu billig? Dann muss ich Ihnen sagen Bahnfahren und öffentliche Verkehrsmittel in ganz Europa sind viel zu teuer. Würden hier mal die Preise erträglich gemacht würde so mancher das Auto zuhause lassen. Wartung-Fluggeräte - in Europa gibt es Mindestvorschriften die eingehalten werden müssen ansonsten keine Landeerlaubnis an den Flughäfen.
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  • Kommentar von Phil Caviezel (cavi)
    Dies ist ja alles gut und recht. "Nationale Gefühle" ist jedoch lachhaft. Swiss ist eine Deutsche Firma mit Schweizerischem Namen...
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    1. Antwort von Walter Schwarb (Walter Schwarb)
      Es waren Schweizer, die die Swissair in den Ruin getrieben haben, schon vergessen? Bänkler, Manager, die bis heute nicht dafür zur Verantwortung gezogen wurden. Die Typen gehören bei Wasser und 2 Tage altem Brot für den Rest ihres Lebens ins Gefängnis zum Papiertüten kleben.
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    2. Antwort von Yves Burkhardt (YB)
      .. die aber immerhin in der Schweiz Steuern bezahlt und Arbeitsplätze anbietet!
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