Zum Inhalt springen

Swiss Economic Forum «Lex USA»: Die grosse Uneinigkeit der Banken-Vertreter

Soll das Parlament dem Bundesgesetz zum Steuerstreit mit den USA zustimmen? Diese Frage beschäftigt auch am SEF in Interlaken. Dabei wird klar: Nicht einmal die Banken ziehen am selben Strick.

«Ich unterstütze, dass das Parlament das Gesetz annimmt», sagt der Chef der Luzerner Kantonalbank im Interview am Swiss Economic Forum. Bernhard Koblers Bank steht zwar, im Gegensatz zu den Schwester-Instituten in Zürich und Basel, nicht im Fokus der US-Behörden. Dennoch ist Kobler überzeugt: «Ein Nein ist die schlechteste Lösung.»

Es gehe nun darum, die Optik des gesamten Finanzplatzes einzunehmen. Das Sondergesetz böte den Banken einen rechtlichen Rahmen, um ihre Situation zu lösen.

Kantonalbanken im Fokus: «Nicht ganz zufällig»

«Ich glaube, es ist nicht ganz zufällig, dass jetzt die Kantonalbanken im Fokus sind», so Bernhard Kobler zu Reto Lipp. Sie seien eine wirksame Zielscheibe für die USA, um weitere Massnahmen zu ergreifen.

Sein Institut habe nach dem UBS-Debakel nicht systematisch US-Kunden übernommen. Wenn eine Bank dies damals getan habe, sei das «sicher sehr unklug» gewesen. Dennoch bestätigt Bernhard Kobler, dass auch die Luzerner Kantonalbank «US-Persons» als Kunden habe. Für ihn steht fest: «Jede Bank einer gewissen Grösse hat ‹US-Persons›.»

Privatbank-Chef verteidigt Bankgeheimnis

Deutlich gegen das Sondergesetz spricht sich der Chef der Privatbank Sallfort aus. Für Johannes Barth ist das Bankgeheimnis hochzuhalten.

Dabei müsste er nach eigenen Aussagen im Steuerstreit mit den USA aufatmen können. «Wir haben überhaupt keine amerikanischen Kunden mehr», sagt Johannes Barth im Interview in Interlaken. «Die Risiken waren zu offensichtlich und klar.»

UBS-Schweiz-Chef bleibt neutral

Keine Partei ergreift Lukas Gähwiler, Chef der UBS Schweiz. Er habe Verständnis für beide Seiten.

Ohnehin kann er sich zurücklehnen: Sein Institut hatte im Jahr 2009 780 Millionen US-Dollar an die USA gezahlt. Und dabei wird es laut Lukas Gähwiler bleiben: «Das Regelwerk ist ganz klar: Für die UBS ist die Angelegenheit erledigt.» Dennoch bewege ihn der Steuerstreit als Teilnehmer des Finanzplatzes.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Guido Schraner, Adligenswil
    Ich hoffe, dass das Parlament Ja sagt und ein Abkommen mit den USA zustande kommt. Es gibt im Banken-Sektor nichts Schlimmeres als Unsicherheit. Wir wollen einen sauberen Banken-Platz in der Schweiz.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Küttel, Bremgarten
    Bank Geheimnisse mit Geheimnisse zu bekämpften ist eine geheime Sache. Ich befürchte dass wir die vielen Geheimnissen nie durchwinden werden. Aber, dies wird wohl Geheim bleiben!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    warum ist NEIN die schlechteste Lösung ? Für uns Unwissenden ist NEIN die beste Lösung, bis wir wissen um was es in dieser Angelegenheit geht und was die Folgen sind. Die Schleicher und Abzocker versuchen immer das Volk an der Nase herumzuführen wie ein dummer Tanzbär. Nun um das zu verhindern sind wir mal gegen das Abkommen und werden dafür für eine Direktwahl des Bundesrates einlegen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen