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Wirtschaft Tamedia schnappt sich Ricardo

Der Zürcher Medienkonzern Tamedia kauft die Zuger Ricardo-Gruppe für 240 Millionen Franken. Tamedia spricht von einem «entscheidenden strategischen Schritt». Das Kerngeschäft von Ricardo soll nun mit eigenen Medien wie 20minuten.ch weiter entwickelt werden.

Legende: Video Tamedia übernimmt Ricardo-Gruppe abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.02.2015.

Das Verlagshaus Tamedia übernimmt die Ricardo-Gruppe vom südafrikanischen Medienkonzern Naspers. Die Mediengruppe finanziert die Übernahme mit einem Bankkredit in Höhe von 240 Millionen Franken und einer Laufzeit von drei Jahren, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer erklärte. Die Transaktion steht unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Eidgenössische Wettbewerbskommission.

Mehrere Verkaufsplattformen

Ricardo wurde 1999 in Baar gegründet und gehört seit 2008 zu Naspers. Das Unternehmen beschäftigt in der Schweiz rund 190 Mitarbeitende und verfügt zudem in Frankreich über ein 30-köpfiges Entwicklerteam, wie Tamedia mitteilte.

Ricardo.ch ist der grösste Schweizer Online-Marktplatz. Das Unternehmen erzielte 2014 einen Umsatz von rund 40 Millionen Franken. Einem sehr rentablen Kerngeschäft standen Investitionen in ähnlicher Grössenordnung in den Ausbau von olx.ch, autoricardo.ch sowie die Lancierungskosten für ricardoshops.ch gegenüber. Unter dem Strich dürfte Ricardo damit 2014 kaum Geld verdient haben.

Laut Tamedia zählt die Plattform 2,3 Millionen Mitglieder. Pro Tag wechseln nach früheren Angaben im Schnitt 20'000 Artikel den Besitzer. Der Warenumsatz beläuft sich auf 660 Millionen Franken pro Jahr.

Übernahme ohne Partner

Die Investition in Ricardo bezeichnete Tamedia-Geschäftsführer Christoph Tonini als einen «entscheidenden strategischen Schritt.» Das Kerngeschäft von Ricardo solle dank Netzwerkeffekten mit eigenen Medien wie 20minuten.ch weiter entwickelt werden.

Im Vorfeld der Transaktion habe Tamedia Gespräche mit möglichen Partnern für eine gemeinsame Übernahme geführt, bestätigte Sprecher Zimmer entsprechende Marktgerüchte. Man habe sich aber für den Alleingang entschieden, da die Finanzierung alleine möglich sei und sich Tamedia in einer guten Ausgangslage befinde, das Ricardo-Geschäft eigenständig erfolgreich weiterzuentwickeln.

7 Kommentare

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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Es wäre schön, wenn ricardo wieder günstig, kundenfreundlich, übersichtlich und persönlich würde - wie es am Anfang auch war.
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  • Kommentar von Felix Bosshardt, Kloten
    Es konzentriert sich immer alles in denselben Händen. 20Min, Jobs.ch und jetzt Ricardo. Die horrenden Kaufpreise die jeweils genannt werden, spiegeln sich dann in den Gebühren wieder, in Inseratepreisen usw. Hoffentlich denken die Kunden in Zukunft öfters darüber nach, für was und an wen sie zu bezahlen bereit sind. Solche Konzentrationen sind doch alles andere als freie Marktwirtschaft.
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  • Kommentar von P. Maier, Zürich
    Ricardo ist vorbei. Kundenunfreundlicher Support und Geschäftsbestimmungen haben seriöse Verkäufer längst vertrieben. Dazu kommen noch total unverschämt hohe Gebühren und eine Kundschaft die sich für keinen Betrug zu schade ist. Mit Ricardoshops geht das gleiche Spiel weiter. Unverschämt hohe Gebühren, eine miserable Dokumentation für die Anbindung von Onlineshops, Support nicht vorhanden, usw..
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