Tamoil will Walliser Raffinerie schliessen

Der Raffinerie- und Tankstellenbetreiber Tamoil wird seine Raffinerie in Collombey-Muraz im Wallis voraussichtlich per Ende März schliessen. Bis zu 220 Mitarbeitern droht nun die Kündigung.

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Empörung wegen möglicher Schliessung

4:22 min, aus Schweiz aktuell vom 14.1.2015

Luftansicht einer Raffinerie

Bildlegende: Die Raffinerie im Wallis verfügt über eine Kapazität von 55'000 Barrel pro Tag. SRF

Die Tamoil-Raffinerie in Collombey-Muraz soll voraussichtlich per Ende März schliessen. Roland Bilang, Geschäftsführer der Erdöl-Vereinigung Schweiz, bestätigte einen Bericht von Nouvelliste.ch. Die Tamoil SA spricht indes in einer Mitteilung von einem «Betriebsunterbruch» auf unbestimmte Zeit.

«Das Tankstellennetz in der Schweiz wird die Firma Tamoil weiter betreiben», sagte Bilang. Zu diesem gehören rund 300 Tankstellen. Nach Angaben von Bilang wird Tamoil auch das Heizöl-Geschäft mit insgesamt 70'000 Endkunden weiterführen.

Gemäss Medienberichten droht bis zu 220 der insgesamt rund 240 Mitarbeitenden in Collombey-Muraz die Kündigung. Derzeit wird das Personal informiert.

Verlustgeschäft seit Jahren

Als Begründung für den Unterbruch nennt Tamoil die erheblichen Verluste in den letzten Jahren. Der Schweizer Raffinationsmarkt habe unter starken Marktspannungen gelitten. Diese seien durch einen steigenden Import von fertigen Erdöl-Produkten, einer rasant sinkenden Nachfrage nach Treibstoff und zunehmenden Regulierungskosten bedingt gewesen.

Trotz Investitionen von mehr als 700 Millionen Franken seit dem Jahr 2000 betrachtet Tamoil die Fortführung des Raffineriebetriebs in Collombey zurzeit als wirtschaftlich nicht tragbar. Die Dauer des Betriebsunterbruchs könne noch nicht beziffert werden. «Wir werden aber das wirtschaftliche Umfeld und den Markt sehr genau beobachten, bevor eine endgültige Entscheidung gefällt werden kann», so Tamoil.

Tamoil Schweiz werde künftig vorgefertigte Erdöl-Produkte importieren, anstatt selber zu raffinieren, hielt Bilang fest. Für den Kunden an der Zapfsäule ändere sich nichts.

Walliser Regierung wird aktiv

In einer ersten Stellungnahme bedauert die Walliser Kantonsregierung den Entscheid von Tamoil. Angesichts der Konsequenzen dieses Entscheids für die kantonale Wirtschaft habe die Regierung eine Strategie erarbeitet, um die Raffinerietätigkeiten im Unterwallis aufrechtzuerhalten, heisst es in der Mitteilung.

Von Tamoil verlangt die Regierung nun, sich innert fünf Jahren über die Zukunft des Standorts und seine Aktivitäten zu äussern und sämtliche Gesetzesanforderungen im Umwelt- und Sozialbereich einzuhalten. Zudem hat sie eine Task Force beauftragt, notwendige Schritte einzuleiten, um die Chancen auf eine Neubelebung des Standorts zu erhöhen.